Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261762
174 
Buch. 
Kapitel. 
hier die allgemeine Tagesklarheit, das frische Grün der Bäume, 
der sanftbräunliche, harmonische Ton in den Thieren. Unter zwei 
Bildern dieses Jahrs im Buckinghampalast, welcher nicht minder 
als sieben Werke unseres Meisters besitzt, muss ich mich begnügen, 
nur das eine, wo eine Jagdgesellschaft am hellen, frischen Morgen 
über eine Wiese zieht, zu erwähnenß  Noch schöner ist aber 
ebenda eine starkbewaldete Landschaft, worin eine Hirtin, an eine 
Kuh gelehnt, "mit einem Hirten spricht? Nur selten hat van de 
Velde diese Tiefe und Wärme der Harmonie erreicht.  Eine 
grosse Landschaft, in abendlicher Beleuchtung, mit verschiedenen- 
Bäumen und einem Fluss, welche durch den Künstler und seine 
Familie, einem Fuhrmann mit einem von zwei Schimmeln gezoge- 
nen Karren und einem Hirten mit einer kleinen Heerde von Schafen 
und Ziegen belebt wird. Dieses in der Sammlung van der I-Ioop 
befindliche, mit dem Namen und 1667 bezeichnete, Bild von der 
ansehnlichen Grösse von 4 F. 811V; Z. hoch, 5 F. 7 Z. breit, ist 
ohne Zweifel das schönste Werk des Meisters. Die Composition 
des Ganzen ist im seltensten Grade tmalerisch, die Vereinigung der 
zart abgewogenen Haltung, mit der feinsten Durchführung aller 
Einzelheiten, gewährt einen der Hauptbeweise, auf welcher Höhe 
diese Schule um diese Zeit stand.  Fast am Ende seiner Lauf- 
bahn ist der Künstler in einem 1671 bezeichneten Bilde des Mu- 
seums von Amsterdam, N0. 336, worauf eine Hirtin, vor der 
Thür ihrer Hütte sich mit einem Hirten zu Pferde unterhält und 
im Vorgrunde verschiedenes Vieh weidet. Obwohl durch Grrösse 
und Reichthum ein sehr bedeutendes Bild, artet doch hier die De- 
liketesse des Vortrags in das Geleckte aus, und ist der Hinter- 
grund zu sehr verschwimmend und von schwerem Ton. In einigen 
seiner spätesten Bilder treten diese Eigenschaften indess ungleich 
stärker ein. Besonders wo er auf dunklen Grund gemalt hat ist 
der allgemeine Ton minder klar, und die Wirkung zudem auch 
öfter bunter, z. B. in der Gallerie zu München, N0. 460, Gabi- 
nette, dessen ungleich harmonischeres Gegenstück, 110.472, mit 1671 
bezeichnet ist. Ich lasse jetzt einige Beispiele von seinen Land- 
schaften, und zwar zuerst von denen, welche den Strand von 
Scheveningen darstellen, folgen. Schon mit 19 Jahren War 81' auch 
in diesem Fach einer der grössten Maler, welche je gelebt habena 
Treasures Th. 
ebenda.
        

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