Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261735
Epoche von 1600 bis 1690. 
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(h. 1 F. 6 Z., br. 6  enthält endlich meist Studien .von Blumen 
und Pflanzen, fast durchweg in Naturgrösse, höchst meisterlich in 
Touche mit der Feder aufgezeichnet und ziemlich {flüchtig in Aquarell- 
farben colorirt-. Ausscr vielen anderen, minder bekannten Blumen, 
sieht man hier Winden, Astern, Mohn, Hyacinthen, Krokus, Mai- 
blumen, Königskerzen, Tulpen, Iris, Kornblumen und, von Früchten, 
Erdbeeren. Wenn man diese Studien allein hätte, würde man den 
Urheber für einen Blumenmaler halten. Zu dem Vorzüglichsten 
gehören aber zwei Seiten mit theils in Deck-, theils in Aquarell- 
farben ausgeführten Vögeln, davon einige, z. B. der Hänfling, in 
Naturgrösse, andere, wie ein Rebhuhn, ein Wiedehopf in ver- 
kleinertem Maassstabe gehalten sind. Die grosse Wahrheit, die 
ebenso tleissige, als breite Behandlung sind wahrhaft überraschend. 
Darauf treten auf der einen Seite immer Pflanzen, auf der anderen, 
zum Theil colorirt, Bauernhütten ein, aber auch eine Wassermühle, 
und ein hölzerner Steeg. Zum Schluss sind endlich verschiedene 
Dorfkirchen zusammengestellt. Wir sehen hieraus, in welchem grossen 
Umfang dieser Künstler seine Studien machte, und in welcher 
reichen Fülle sie ihm bei der Ausführung seiner Bilder zu Gebot 
standen.  Im Verhältniss noch mehr auf der vollen Kunsthöhe, 
als seine friihsten Bilder, befinden sich einige der frühsten seiner 
18 Radirungenß welches um so mehr überrascht, als die, eine 
_„Le Vacher", N0. 14, sogar mit 1643 bezeichnet, also die Arbeit 
reines achtzehnjährigen Jünglings ist. Die andere „Le Berger", 
N0. 15, mit 1644 bezeichnete, zeigt aber eine Feinheit in der 
Beobachtung des Helldunkels, welche dem oben angeführten Bilde 
von 1646 noch nicht eigen ist. In seinen Radirungen sieht man 
indess noch fast mehr als in seinen Bildern, dass er in den Pferden 
minder glücklich ist, als in Rindvieh und in Schafen. 
Von Malern, welche die Kunstform des Potter nachgeahmt 
haben, sind nur zwei bekannt, Raphael Champhuysen und 
Albert Klomp. Die Bilder beider werden öfter für Werke des 
Potter gehalten. Von dem ersten soll nach Smiths Urtheil ein Bild 
mit Vieh in Naturgrösse mit 1648 bezeichnet, unter N0. 527, in 
der Gallerie zu Kassel sein. Es steht dem Potter allerdings an 
Kraft des Tons und Energie des Machwerks nach, kommt ihm aber 
sonst sehr nahe. Von A. Klomp besitzt die Gallerie zu Brüssel 
Bartscb  
Le Peintre graveur _Th.
        

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