Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261721
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Bucl 
Kapitel. 
Auskunft davon zu geben. Ein Band in kleinem und schmalem Folio 
(8 Z. hoch, 21,12 Z. breit) enthält eine grosse Zahl von Landschaften, 
welche in Touche mit der Feder und dem Pinsel leicht und flüchtig 
in einer Weise, welche sehr an die Zeichnungen des Jan van Goyen 
erinnert, gemacht sind. Ausserdem aber findet sich darin eine An- 
zahl von mit demselben Material meisterlich gezeichneter Köpfe von 
Ochsen, Schafen und Pferden. Ein zweiter Folioband (l F. h., 
4 Z. br.) zeigt zwar ebenfalls noch einige Landschaften, vorzüglich 
aber doch Studien von Bäumen, und xiamentlich von Baumstämmen, 
welche ebensowohl durch das feine Verständniss, als die Sicher- 
heit und Energie des Machwerks in Erstaunen setzen. Einige sind 
dadurch, dass der Grund daneben getuscht und die Lichter in Weiss 
aufgehöht sind, in eine malerische Wirkung gesetzt. In einem 
Quartbande (9 Z. h., 7 Z. br.) befinden sich zwar wieder einige, 
hier mit Kreide gezeichnete, und in einigen Theilen aquarellirte 
Landschaften, ganz besonders aber Thierstudien. Eine Reihe von 
Schaffiissen auf braunem Grunde ist bis auf die einzelnen Haare 
in Deckfarben auf das Feinste, ganz wie Bilder, vollendet. Aehn- 
lich sind auch einige Köpfe von Schafen behandelt. Viele andere 
derselben Thiere, sowie Köpfe von Kühen und Kälbern sind in den 
mannigfaltigsten Lagen und schwierigsten Verkürzungen in den 
verschiedensten Weisen mit Kreide, mit Touche, mit der Feder, 
aber immer mit gleicher Meisterschaft, gezeichnet. Nicht minder 
lebendig ist der Kopf eines Hundes und eines Hasen. Dann folgen 
Kalbsfüsse, der Körper eines Kalbes ohne Kopf und Füsse, und 
eine liegende, trefflich verkürzte Kuh. Dieser schliessen sich Karren, 
Pliüge und alles mögliche ländliche Geräth an, mit seltenster Prä- 
cision mit der Feder gezeichnet und angetuscht.  Ein schlafendes 
Pferd vor einem Karren , und ein auf der Deichsel sitzender Bauern- 
bursche, sind nicht allein höchst lebendig, sie haben etwas Humo- 
ristisches. Zunächst-sehen wir zwei Kähne, eine Windmühle und 
die Studien von Pferden, Hahnenköpfen und. Ziegen. Unter anderem 
Geräth zeichnet sich ein mit seltenster Vollendung in Deckfarben 
ausgeführtes, kupfernes Milchgefass aus. Dann folgen Studien von 
Menschen, eine Bauerfrau und ein Knabe in Kreide, Bauern, ganze 
Figuren und Köpfe, Hände, sehr vorzüglich und theilweise sehr 
iieissig. Ein grosser, sitzender Bauer im Profil ist von einer Leben- 
digkeit wie Jan Steen. Endlich einige, bis Zll den kleinsten Details 
studierte Gewänder. Der vierte Folioband, von ansehnlicher Grösse
        

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