Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261640
162 v. Buch. c. Kapitel.  
von beiden, ist der 1626 geborene, 1683 gestorbene, Peter W011. 
verman. Er kam öfter seinem Bruder sehr nahe, so dass seine 
Bilder demselben beigemessen werden. Sie unterscheiden sich vor- 
nehmlich von diesen durch den schwereren Ton der Farbe und die 
minder freie und geistreiche Behandlung. Als Beispiel seiner Kunst 
führe ich eine Ansicht von Paris mit vielen Figuren, im Louvre, 
an, N0. 578. 
IJan Wouverman, geboren 1629, gestorben 1666, malte meist 
Ansichten von, Kanälen, von weiten Ebenen, oder Winter-land- 
schaften, welche er mit Menschen und Pferden belebte. Er hatte 
eine freie und geistreiche Behandlung und eine gute Gesammthal-V 
tung, so dass er öfter seinem berühmten Bruder nahe kommt; Mir 
ist in öffentlichen Sammlungen nur ein Bild im Museum von Rot-- 
terdam bekannt, welches eine hüglichte Gegend mit Gestrüpp dar- 
stellt und durch das tiefe Naturgefühl und das treffliche Impasto 
höchst ausgezeichnet sein soll. 1 
I-Ienrik Verschuring, geboren zu Gorcum 1627, gestorben 
1690, war ein Schüler des Jan Both, brachte mehrere Jahre in 
Italien zu, liess sich aber im Jahr 1655 in seiner Vaterstadt nieder, 
wo er die Stelle des Bürgermeisters bekleidete. Er malte in Folge 
seiner Studien in Italien früher Gegenstände wie Pieter van Laer, 
später aber vornehmlich Vorgänge aus dem Soldatenleben, nament- 
lich Gefechte und Räuberscenen, welche sich durch eine grosse 
Wahrheit und glückliche Erfindung und eine sehr lleissige Aus- 
führung auszeichnen. Im Gesammtton haben sie indess meist etwas 
Schweres und Trübes. Im Museum zu Berlin befindet sich von 
ihm das lustige Leben in der Nähe von Marketenderzelten vom 
Jahr 1674, N0. 981, ein Bild voll glücklicher Motive. Er hat auch 
vier Blätter, welche sehr selten sind, mit einer Hüchtigen, aber 
geistreichen Nadel radirtß eine Schlacht, Reisende und zwei 
Blätter Hunde. 
Joan van Huchtenburgh, geboren zu Haarlem 1646, ge- 
storben 1733, lernte zuerst die Malerei von Jan Wyck, setzte Seine 
Studien bei seinem Bruder Jacob, einem Landschaftsmaler, der ihn 
um das Jahr 1667 veranlasste nach Rom zu kommen, fort, und 
genoss endlich noch in Paris den Unterricht des W111 der Melllßrl. 
Nach seiner Rückkehr in Holland im Jahr 1670 gelangte er durch 
1 S. Burger, Musäes de 1a Hollangle 
peintre graveur Th. I. S. 125 K. 
303 f. 
Bartsch , 
Leß
        

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