Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261625
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Kapitel. 
handlung biblischer Gegenstände, ein Gefecht auf einer Brücke, 
No. 1307, ist aber ein Hauptbild auf seinem gewöhnlichen Gebiete. 
Ein Hauptbild dieser Zeit ist eine sehr geistreiche Hirsclijagd in der 
Eremitage zu St. Petersburg von überhöhter Form. Das an 
Grösse und Kunst bedeutendste, mit 1646 datirte Bild dieser Epoche, 
zwei Reiter und ein Wagen, welche vor einem Hause halten, be- 
findet sich indess in der Privatsammlung des Herrn van Loon in 
Amsterdam. In seiner zweiten Manier behält er zwar noch eine 
warme Färbung bei, doch wird sie im Ganzen klarer und brillanter, 
die Pferde erhalten ein schlankeres Verhältniss, die Touche wird 
sicherer und von einem eignen Schmelz. Treffliche Beispiele der- 
selben in Gallerien sind: Im Museum im Haag, das unter dem 
Namen „le chariot de-ibin" bekannte Bild, N0. 181, und eine umfang- 
reiche Schlacht, N0. 173, worin die Figuren von ungewöhnlicher Grösse 
und erstaunlicher Kraft, so dass dieses Bild, wie ein mit 1657 be- 
zeichnetes, von sehr ähnlicher Art, in der Sammlung des Herrn 
von Loon in Amsterdam, wohl ebenfalls zu Ende dieser Epoche, 
wo er seine grösste Stärke erreichte, gemalt sein dürfte. Zu der- 
selben Gruppe, in der ganzen Art und in der Trefflichkeit gehört 
ein Reitergefecht, mit 1656 bezeichnet, in der Eremitage zu St. 
Petersburg. Ebenda befinden sich aus dieser Epoche zwei der 
feinsten, miniaturartigen Landschaften, auf deren einem eine Dame 
in weissem Kleide zu Pferde mit einem Falken, auf dem Gegenstück 
ein Herr auf einem Schimmel befindlich ist.  Im Louvre. Eine 
Jagdgesellschaft zu Pferde, No. 567, und ein Angriff polnischer 
Reiterei, N0. 573.  In der Dresdener Gallcrie, der berühmte 
Pferdestall, N0. 1271, und ein Reitergefecht bei einer Windmühle, 
N0. 1'270. In seiner dritten Manier, welche er erst nach dem Jahr 
1660 annahm, vertauscht er die warmen Töne mit kühlen, silbernen, 
welche, mit wunderbarem Gefühl für Haltung durchgeführt, von 
einem ganz eigenthümlichen Reiz sind. Auch seine Touche hat in 
dieser Zeit eine besondere Zartheit. Treffliche Beispiele aus der- 
selben Slndr Im Museum zu Amsterdam, die berühmte Reiher- 
jagd, No. 369. Zugleich wichtig, um die Feinheit und Präzision 
des Meisters in kleinem Maassstabe zu beurtheilen.  Im Louvre. 
Eine Jagdgesellschaft zu Pferde verfolgt einen Hirsch im Wasser, 
N0. 569.  Der fette Ochse in der Stadt herum geführt, N0. 565. 
 In der Dresdener Gallerie. Eine Landschaft mit einem See, 
im Vorgrunde eine Hirschjagd m Pferde, No. 1314.  In der
        

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