Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261608
158 
Buch. 
Kapitel. 
Haarlem 1674 oder 1675, ging schon sehr früh nach Rom, wo 
er wegen seiner wunderlichen Gestalt den Beinamen Bamboccio 
erhielt, und kehrte nach einem Aufenthalt von 16 Jahren im Jahr 
1639 nach Holland zurück, wo er sich in Haarlem niederliess. Er 
malte allerlei Vorgänge der Landleute im Freien, Märkte, Feste, 
Räubcrscenen, besonders aber die Menschen in Beschäftigung mit 
ihrem Vieh. Er verband ein ungemeines Talent für Composition 
mit vielem Sinn für das Charakteristische in Bewegung und Aus- 
druck, und dabei war er ein tüchtiger Zeichner. Seine Färbung 
ist meist bräunlich warm, zuweilen auch sehr klar, öfter aber etwas 
schwer, sein Vortrag ist breit und geistreich. Seine Landschaften 
geben gelegentlich Zerlgniss, dass er mit Claude und den Poussins 
in freundschaftlichem Verkehr gestanden. Seine Bilder haben 
sich jetzt ziemlich selten gemacht. Das ausgezeichnetste, mir 
bekannte,- welches alle jene gerühmten guten Eigenschaften in 
hohem Grade besitzt, ist ein Marktschreier, der der Menge seine 
Erlaubniss sein Gewerbe zu betreiben zeigt, N0. 426, in der Gallerie 
zu Cassel. Zwei andere Bilder ebenda, italienische Bauern im 
Hader, und sich mit Tanz und Wein vergnügend, N0. 427 u. 428, 
sind ebenfalls geistreich, aber zu dunkel in den Schatten. Auch 
der Louvre besitzt in Reisenden vor einem Wirthshause und einer 
Hirtenfamilie, N0. 261 u. 262, zwei Bilder von ähnlichem Verdienst. 
Unter den Bildern des P. de Laer in der Dresdener Gallerie 
zeichnen sich besonders Landleute beim Kugelspiel, N0. 1234, und 
ein Bauer mit seinem Schimmel beschäftigt, N0. 1236, durch die 
klare Farbe und fleissige Ausführung aus. Ein Hauptbild, durch 
die geistreiche und reiche Erfindung, die klare, wenn gleich kühle, 
Haltung, befindet sich endlich in der Gallerie zu Wien. P. de 
Laer hat auch 20 Blätter, meist Thiere, mit einer leichten und 
geistreichen Nadel radirt. Seine Pferde sind indess nicht allein 
durchweg von sehr plumper Bildung, sondern haben selbst für 
solche, wie schon Bartsch bemerktß zu dicke Füsse. 
Philip Wouverman, geboren zu Haarlem 1620, gestorben 
1668, urar der Schüler des Jan Wynauts, von welchem er sich 
besonders eine treiflichc Behandlung des landschaftlichen Theils 
seiner Bilder aneignete. Für die Menschen, namentlich aber für 
die Thiere, war offenbar Pieter van Laer sein Vorbild, den er 
1 Bxu-tseh, 
Le peimre graveur Th.
        

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