Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261597
Epoche von 1600 bis 11 
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Ich gehe jetzt zu den Malern über, welche ein besonderes 
Gefallen daran fanden, die verschiedenen Verhältnisse, worin sich 
der Mensch zu dem schönsten Thiere, dem Pferde, setzt, künst- 
lerisch darzustellen. Sei es nun, dass sie uns die Pflege und die 
Abrichtung derselben im Stall, auf der Waide undin der Reit- 
schule, oder ihren verschiedenartigen Gebrauch beim Ziehen, oder 
Reiten, namentlich auf der Jagd, oder im Kriege, vorführen. Ge- 
legentlich zogen sie auch andere Haus- und wilde Thiere in den 
Kreis ihrer Darstellungen. 
Dirk Stoop, geboren 1610, gestorben 1686  hielt sich 
längere Zeit in Lissabon und in England auf. Er malte besonders 
Schlachten und Jagden, welche von viel Erfindungsgabe zeugen 
und gut gezeichnet sind, denen es indess an feinerer Haltung 
fehlt und welche auch in der Behandlung etwas hart und trocken 
sind. Im Museum zu Berlin befindet sich von ihm ein Ge- 
fecht von Reiterei, No. 876, vom Jahr 1651, und ein Türke, 
mit einem Schimmel, N0. 986. Er hat eine Reihe von zwölf Blät- 
tern, deren Hauptgegcnstände Pferde, mit einer kräftigen Nadel 
radirt, ausserdem aber die Reise der Infantin Catharina von Portugal 
nach England zur Vermählung mit Karl II., das Bildniss dieser 
Königin, sieben Ansichten von Lissabon, und Cromwel als Seiltänzer. 1 
Jan Cornelisß?) Verbeck, in einer patrizischen Familie 
um 1600 geboren, bildete sich zu einem sehr geschickten Land- 
schafts- und Thiermaler aus, welcher vorzugsweise Reitergefechte 
mit grosser Lebendigkeit darstellte. Er war ein guter Zeichner. 
Seine Färbung ist kräftig, doch etwas schwer, die Ausführung sehr 
fieissig, doch noch etwas hart in den Formen, der Vortrag etwas 
trocken. Seine Bilder kommen in Gallerien äusserst selten vor. 
Mir ist nur ein mit P. G. Verbeck bezeichnetes Bild in der Gallerie 
zu Berlin, N0. 987, bekannt, welches in der Nähe einer Festung 
ein Scharmützel zwischen orientalischer Reiterei darstellt. Er hat 
mit einer feinen Nadel eine kleine Anzahl von Blättern, einzelne 
Figuren und Brustbilder, deren mehrere mit 1639 bezeichnet sind, 
in der Art des Rembrandt radirt, von denen Bartsch im zweiten 
Bande seines Werks über die Radirungen von Rembrandt Rechen- 
schaft giebt. 
Pieter van Laer, geboren zu Laaren 1613, gestorben zu 
1 S. Bartsch 
Le peiutre grnveur Th. 
S. 911 
und die Nachträge 
von WeigeL
        

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