Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261554
Epoche von 1600 bis 1690 
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gefühl, mit Geschmack componirt, gut gezeichnet und sehr sorg- 
fältig ausgeführt. Die Färbung ist indess, obwohl wann und har- 
monisch, doch schwerer und trüber, der "Vortrag truckner und 
mehr verschmolzen. Eins seiner besten Bilder, auch für die Fär- 
bung, ist ein Fischmarkt in der Sammlung van der Hoop in Am- 
sterdam, aber auch eine Küche im Louvre, N0. 421, und Fischer- 
leute und eine Köchin in der Dresden er Gallerie, N0. 1327, ge- 
hören zu seinen guten Arbeiten. Trelfliclie. in der Harmonie dem 
Brouwer verwandte Bilder von ihm sind, eine Bauernfamilie, 
N0. 456, und eine Wirthsstube, N0. 457, in der Gallerie zu 
München. Das beste, mir in England von ihm bekannte, Bild, 
ein Alchymist, vom Jahr 1643, belindet sich in der Sammlung des 
Herrn Henderson zu London. 
Cornelis Saohtleven, geboren zu Rotterdam 1612, noch 
am Leben 1682, behandelte meist ähnliche Gegenstände, wie die 
beiden Ostades und hat auch in der Wahrheit der Auffassung, in 
dem Fleiss der Ausführung viel Verdienst. Er ist indess schwer, 
trüb und meist kalt in der Färbung und mager und trocken im 
Vortrage. Er bringt gern Federvieh an, welches er mit ausserordent- 
licher Naturtreue darstellt. In anderen Thieren, welche bisweilen 
den Hauptgegenstand seiner Bilder ausmachen, ist er dagegen 
meist schwach. Zwei Bilder, das Innere, ein drittes das Aeussere 
eines Bauernhausesdarstellend, besitzt die Gallerie zu Dresden, 
N0. 1131-33. Er malte gelegentlich auch Stillleben. Einige Bei- 
spiele hiefür befinden sich in derselben Galleric, N0. 1134 u. 1135 
und ein besonders gutes, als Adriaen vanlOstade, N0. 1'220.  
Ein treüliches Bild, ein Katzenconzert, wobei die Eule den Kapell- 
meister macht, vom Jahr 1682, ist im Museum zu Köln. Bei- 
spiele seiner Behandlung von vierfüssigen Thieren gewähren Adam, 
welcher die Thiere benennt, N0. 878 A., "des Museums zu Berlin 
und ein Viehstüek in der Eremitage zu St. Petersburg. Er hat 
auch eine Reihe von Blättern mit vielem Geschick radirt. In man- 
chen, z. B. einer Folge der fünf Sinne, spricht sich ein derber, 
dem Callot verwandter Humor aus. Unter einer Reihe von Thieren 
sind auch hier die Hühner und, näehstdem, ein grosser Affe am 
besten gerathen. 
Egbert van der Poel, geboren zu Rotterdam, blühte um 
1650. Obgleich dieser Maler vorzugsweise Feuersbrünste malte, so 
behandelte er doch auch häufig Gegenstände wie Adriaen van
        

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