Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261500
148 
Buch. 
Kapitel 
Schatten weniger klar. Von der grossen Zahl seiner Bilder, deren 
Smith etwa 385 beschreibt, von denen sich sehr viele der treff- 
lichsten in England befinden, auf dem Continent aber besonders 
die Gallerie des Louvre, die zu München, Dresden, St. Peters- 
burg und im Haag ausgezeichnete besitzen, führe ich nur einige 
wenige an. Da er die gute Sitte igehabt, die meisten seiner Bilder 
zu datiren, sehe ich mich im Stande hier die chronologische Ord- 
nung zu wählen.  Ein vor einem Bauernhause aufspielender 
Leiermann bringt unter einer Gesellschaft von Landleuten eine 
heitere Stimmung hervor. Dieses, mit dem Namen bezeichnete, 
Bild, N0. 855, im Museum zu Berlin, trägt die Jahrszahl 1640, 
das frühste Dat., welches mir auf einem Bilde von diesem Meister 
vorgekommen ist. Der klare, goldige, in den Köpfen sehr mannig- 
faltige, Ton, die breite, weiche, hie und da fast skizzenhafte, Be- 
handlung beweist, dass der Künstler in seinem 23ten Jahr in diesen 
Stücken schon völlig ausgebildet wer. Nur die Kleinheit der Fi- 
guren im Verhältniss zu dem Hause zeigt von einer gewissen Un- 
reife.  In einer Dorfschenke belustigen sich Einige mit Tanzen, 
während Viele über einen Hund lachen, welcher eine Pfanne aus- 
leckt, datirt 1647. In der Münchner Gallerie, No. 286, Cabinette. 
Die Tiefe und Klarheit des röthliehen Goldtons, der Reichthum und 
die vielen Einzelnheiten der sehr lebendigen Composition machen 
dieses Bild höchst anziehend.  Vier Personen beim Kartenspiel, 
noch andere im Hintergründe, datirt 1648, in der Sammlung von 
Thomas Baring. Hier ist der Ton mehr rembrandtisch  goldig, 
Helldunkel, Impasto, Ausführung trefflich.  Eine Gesellschaft 
wird durch Geigenspiel und Gesang unterhalten, datirt 1656. Im 
Buckingham Palace. Der sehr lebhafte röthlich-goldige Ton durch 
das Einfallen der Abendsonne, bildet hier einen reizenden Gegen- 
satz mit dem tiefen und klaren Helldunkel des Raums.  Auf 
einem ländlichen Fest wird gekocht, getanzt, gekost u. s. w. Datirt 
1659. In der Sammlung des Herrn F. Heusch in London. Für 
Reichthum der Composition, glückliche Anordnung der Gruppen, 
Abwechselung der Massen von Licht und Schatten, Kraft und 
Klarheit des röthlich-goldnen Fleischtons, wie im Umfang, eins der 
Hauptwerke des MeistersÄ  Sehr nahe steht diesem eine gresse 
Versammlung vor einem Bauernhause in der Eremitage zu St. Pe- 
Treasures Th. 
283.
        

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