Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261378
Epoche von 1600 bis 1690. 
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ein Bild, der blinde Tobias, welcher seinem Sohn entgegen geht, in 
WVaI-dourcastle, dem Landsitz des Lord Arundelß Es ist für 
ihn ungewöhnlich gut gezeichnet, und in einem sehr harmonischen 
Ton fleissig, aber nicht so im Einzelnen, wie gewöhnlich, ausge- 
führt, wie es auch der ungewöhnlichen Grösse von 3 Fuss 3 Zoll 
Höhe, 4 F. 4 Z. Breite, entspricht. Einen Uebergang zu seiner 
eignen Weise zeigt sein eignes, kleines Portrait in der Bridgewater- 
gallerie, welches ihn in einem Alter von etwa 22 Jahren, in einer, 
einen Schlagschatten über das Gesicht werfenden, Kappe, darstellt? 
Mit dem goldigen, wenn schon etwas helleren Ton des Meisters 
verbindet er schon die sehr ins Einzelne gehende Ausführung. 
Ich lasse jetzt noch eine inässige Anzahl besonders vorzüglicher 
Bilder folgen, welche die Aeusserungen seines Talents in verschie- 
dener Weise zeigen. Im Louvre. Eine alte Frau liest, am Fenster 
sitzend, ihrem Manne, aus der Bibel vor,_No. 129. Das Gefühl 
der stillen häuslichen Andacht, die schlagende Beleuchtung, spre- 
chen für die frühere, noch dem Rembrandt verwandte Zeit des 
Meisters. Eine an einem Bogenfenster stehende Köchin, giesst Milch 
in eine Sehaale, No. 125. Unter den vielen Vorstellungen G. Dows 
von ähnlicher Art, eine der vorzüglichsten. Von warmer, sonniger 
Wirkung und seltner Vollendung. Eine Würzkrämerin hinter dem 
Ladentisch, eine Alte, ein Mädchen und ein Bursche, bezeichnet 
1647, N0. 123. Von den verschiedenen Bildern dieser Art, eines 
Lieblingsgegenstandes des Meisters, durch Composition, Klarheit des 
hellen Sonnenlichts, eins der ausgezeichnetsten, in der Gesarnmthal- 
tung indess schon von dem kühleren Ton seiner späteren Bilder. 
Die Wassersüchtige, N0. 121. Unbedingt das Hauptwerk des Mei- 
sters. Durch die Trauer der Tochter um die Kranke, Welche den 
höheren Ständen angehört, sehr rührend, in der Composition glück- 
lich, in der sonnigen Wirkung von seltner Klarheit, in der Vollen- 
dung, ungeachtet der für ihn ansehnlichen iGrösse von 2 Fuss 
71]? Zoll hoch, 2 F. 1 Z. breit, von einer seltnen Feinheit. In der 
Gallerie zu Wien (Fig- 55l- Ein Arzt betrachtet aufmerksam ein 
Uringlas. Im Hintergrunde eine weinende alte Frau. Dieses mit 
1653 bezeichnete Bild ist dem vorigen sehr verwandt, und gehört 
in jedem Betracht, ganz besonders in der Tiefe des Helldunkels, 
1 Dieses ist ohne Zweifel das Bild von dem Descamps erwähnt, dass es sich 
in der Bramkampschen Sammlung befunden habe und nach England gegangen 
Sei.  2 Eine Abbildung davon vor dem l. Bande von Smithstiatnlogue raisouuö.
        

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