Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261283
126 
Buch. 
Kapitel. 
der Humor des Jan Steen anklingt, ist das Fest des Bohnenkönigs, 
in der Gallerie zu München, N0. 529, Cabinette. Zugleich ist 
das Helldunkel hier von seltenster Klarheit, die Behandlung von 
besonderer Breite. Der warme Ton deutet auf die mittlere Zeit 
des Meisters. Es giebt dem Amsterdamer Markt an Grösse nichts 
nach. Ein Hauptbeispiel für Metsu als Portraitmaler und zugleich 
für seine späte Kunstweise ist die Familie Gelfing, Vater, Mutter, 
vier Kinder und eine Magd in einem stattlichen Zimmer, im Museum 
zu Berlin, N0. 792. Alle Köpfe sind sehr lebendig und fein, die 
Farbenstimmung, die Behandlung sehr delikat. An Interesse wird 
es noch von einem Bilde aus derselben Zeit in der Eremitage zu 
St. Petersburg übertroffen, welches den Besuch eines Arztes bei 
einer jungen Dame vorstellt.  Das schönste, mir bekannte Bild- 
niss von Metsu in Lebensgrüsse befindet sich in der Sammlung des 
Herrn Barthold Suermondt in Aachen. Es soll die Mutter des 
Künstlers vorstellen und ist in jedem Betracht, Auffassung, Form 
und Farbe, von einer Meisterschatt, als ob der Künstler sich immer- 
während in solchen Verhältnissen bewegt hätte. In England habe 
ich 28 Bilder des Metsu gesehen und davon in meinen Treasures 
Rechenschaft gegeben. Da sie sich indess sämmtlich in Privat- 
sammlungen befinden, erwähne ich hier nur einige der wichtigsten, 
welche leichter zugänglich sind. Von vier Bildern im Buckingham- 
palace zeichnen sich besonders ein Herr, welcher das Violoncel 
spielt, eine Dame, welche mit einem Notenbuoh eine Treppe herunter 
kommt, und sein eigenes Bildniss, als höchst treüliche Werke aus 
der mittleren Zeit des Meisters ausß Das unter dem Namen „der 
Eindringling" bekannte Bild, in der Sammlung von Thomas Baring, 
vereinigt mit den sonstigen Vorzügen des Meisters den einer be- 
lebteren Handlung, als meist. Dass Metsu weder Gegenstände der 
Historie, noch der Allegorie, zu behandeln berufen war, beweisen 
seine Ehebrecherin vor Christus, im Louvre, No. 291, und seine 
Darstellung der Justiz im Museum im Haag, N0. 95. 
Caspar Netseher, geboren in Heidelberg 1639, gestorben 
im Haag 1684, hat sich offenbar nach Terburg und Metsu gebildet. 
Wenn er dem ersten in Feinheit der Haltung und des Helldunkels, 
dem zweiten in Correctheit der Zeichnung und in dem geistreichen 
Vortrage, beiden im Gefühl für Harmonie der Farben und im Im- 
 
Treasures Th.
        

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