Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1261161
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Buch 
Kapitel. 
München, N0. 530, an. Obgleich ein in demselben lesendes 
Mädchen nur vom Rücken gesehen ist, macht das Ganze doch in 
einem hohen Grade den Eindruck stillen, häuslichen Glücks. In 
der Art der Harmonie, so wie in der ungewöhnlich fleissigen Be- 
handlung erkennt man hier den Einfluss des Terburg. Für das 
ganz helle und freie Morgenlicht ist eins seiner gelungensten Bilder 
eine auf einem Hofe sitzende Hausfrau, welcher eine Köchin einen 
eingekauften Fisch zeigt, in der Eremitage zu St. Petersburg. 
Die Ausführung ist dabei so sorgfältig, dass sie sich in einem 
Korbe dem Gerard Dow nähert. Endlich ist eine Frau, welche 
sich mit einem stehenden Offizier unterhält, während ein Mann an 
einem offnen Fenster steht, N0. 63, in der Sammlung des Landauer 
Brüderhauses zu Nürnberg, l-nicht allein durch die gewöhnlichen 
Eigenschaften des Meisters, sondern auch durch einen, dem Jan 
Steen verwandten, Humor in den, ungleich feiner, als meist, aus- 
gebildeten, Köpfen ausgezeichnet. 
Diesen Dreien schlicsst sich nahe an, Samuel van Hoog- 
straeten, der 1627 zu Dortrecht geboren, 1678 gestorben ist. 
Er folgte vorzugsweise dem Pieter de Hoogh im Ton seiner hellen 
und kühlen Bilder, und malte, ausser ähnlichen Gegenständen, wie 
jene, auch Architektur- und Seestücke, Thiere, Früchte und Blumen. 
Eins seiner besten Genrebilder, ein krankes Mädchen in Kleidern 
von lichten Farben, fein im Gefühl und harmonisch in der Wir-- 
kung, befindet sich in der Sammlung van der Hoop in Amster- 
dam, ein anderes, ein aus einem Fenster sehender Jude, vom 
Jahr 1653, von sehr naturwahrer und iieissiger Durchführung in 
allen Theilen, nur etwas unwahrem Ton im Fleisch, in der Gal- 
lerie zu Wien. Ebenda ist auch eine durch Fleiss und Klarheit 
sehr ansprechende Ansieht des inneren Hofes der kaiserlichen Burg 
vom Jahr 1652. Im Museum im Haag zeigt ein grosser Porticus. 
mit Statuen, unter dem sich eine Dame mit einem Hunde befindet, 
eine ausserordentliche, dem de Hoogh nahe kommende Klarheit, 
in den Formen der Architektur und der Skulpturen aber einen 
Einfluss des Lairesse. 
Aart de Gelder, geboren 1645, gestorben 1727, schliesst sich 
in der Art der Auffassung, Beleuchtung und Behandlung genau dem 
Rembrandt an, steht ihm indess meist in der Klarheit, immer aber 
1 Smith, der dieses Bild, N0. 68, beschreibt, versetzt es irrigerweisc nach 
Regensburg.
        

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