Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259701
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1260907
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Buch. 
Kapitel 
charakteristisches Beispiel dieser Weise ist das Bildniss des Vice- 
admirals Augustus Stellingwerf im Museum zu Amsterdam, 
N0. 121. Nächst Amsterdam kann man diesen Meister nirgend so 
vollständig kennen lernen, als in der Eremitage, welche, ausser 
vier treiflichen grossen Bildern mit ganzen Figuren, die aus seinen 
verschiedenen Zeiten herrühren, noch mehrere halbe Figuren von 
vorzüglicher Art besitzt. 
Obgleich es nicht bekannt ist, (lass van der Helst eigentliche 
Schüler gezogen, so lehrt doch der Augenschein, dass verschiedene 
Portraitmaler sich durchaus nach seiner Weise gebildet haben. 
Namentlich ist dieses mit Folgenden der Fall. 
Joannes Spielberg. Er führte im Jahr 1653 ein grosses 
Bild mit einer Mahlzeit von 22 Schützen aus, welches sich jetzt im 
neuen Rathhause zu Amsterdam beiindet, N0. 19." In dem Ge- 
schick der Anordnung und in der Trefflichkeit der Ausführung 
kommt er dem van der Helst sehr nahe. Auch sind die Köpfe 
recht lebendig aufgefasst, nur leerer in den Formen. Zudem ist der 
gelbliche Fleischton etwas einförmig.  Abraham van den 
Tempel, geboren 1618, gestorben 1672, war zwar ein Schüler 
des Georg van Schooten, folgte aber in seinen, mit wenigen Aus- 
nahmen im Besitz holländischer Familien befindlichen, Bildnissen 
vornehmlich der späteren WVeise des van der Holst. Ein trelfliches 
Bild, die lebensgrossen Portraite eines vornehmen Mannes und seiner 
Gemahlin, besitzt das Museum zu Berlin, N0. 858. Auch ein 
anderer, sehr wenig bekannter Künstler, Lieve de J ongh, ist 
hier zu nennen. Eine Schützengesellschaft in der Malerakademie 
zu Rotterdam ist ein treifliches, sich in manchen Stücken dem 
van der Helst annäherndes, WVerk.  Endlich kommt hier noch 
Pieter Nason in Betracht, welcher längere Zeit am Hofe des 
grossen Churfürsten in Berlin beschäftigt war. Seine Bildnisse sind 
mit vieler Einsicht angeordnet, edel aufgefasst, trefflich gezeichnet 
und sehr fleissig ausgeführt. Nur in der Farbe haben sie nicht 
mehr die alte Klarheit. Vortreiflich ist von ihm ein Bildniss des 
grossen Kurfürsten in ganzer, lebensgrosser Figur vom Jahr 1067, 
im Schlosse zu Charlottenburg bei Berlin. Die Auffassung ist sehr 
lebendig und energisch, die Färbung warm und kräftig, die Aus- 
führung, in einem sehr guten Impasto, meisterhaft, von ungemeiner 
Feinheit ein männliches Portrait im Museum zu B erlin, N0. 1007. A. 
vom Jahr 1670. Ein anderes, ebendaselbst befindliches Bild, N0. 977,
        

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