Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1256631
-romanische Epoche. 
Byzantinisch 
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Rückseite die Kreuzigung, in der Kirche zu Heilsbronn, etwa um 
1250 fallen. Die künstlerische Ausbildung ist gering. 1 
Bei der Seltenheit von Denkmälern von grösserem Umfang in 
dieser Epoche erwähne ich noch Einiges von den der Malerei ver- 
wandtenKunstzweigen der Teppichwirkerei und Stickerei. Beide 
fanden in den Teppichen für die Wände der Kirchen, die Fuss- 
böden, für die Altäre, die Kirchenstühle, wie für die Gewänder 
der Bischöfe und Priester, ein unermessliches Feld zu ihrem An- 
bau. 2 Unter diesen hebt Kugler die mir aus eigner Anschauung 
nicht bekannten, im Ziter zu Quedlinburg, wegen ihrer Kunst- 
schönheit hervor.3 Sie sind von der Aebtissin Agnes (um 1200) 
mit ihren Jungfrauen zum Schmuck der Chorwände jener Kirche 
gewebt worden und enthalten Darstellungen allegorischen Inhalts, 
nämlich die Hochzeit des Merkur mit der Philologie nach Marcianus 
Capella. Sie sind von verschiedenem Werth. „Einige enthalten 
in einzelnen Figuren die Andeutungen von einer solchen Schön- 
heit der Form, von solchem Ebenmass der Glieder, von so wür- 
diger, so kunstverständig geordneter Gewandung, dass wir hier in 
der That eine ihrer Vollendung sich annähernde Kunst zu sehen 
glaubenft  
Wiewohl die Emailmalerei, welche an den Reliquarien, Kir- 
chenleuchtern, Rauchfässern u.  vielfache Anwendung fand, bei 
der Schwierigkeit ihrer Technik. in dieser Epoche als Ausdrucks- 
weise der Kunst hinter den obigen Gattungen zurückbleiben musste, 
und keine neuen Momente für den Kreis der Darstellungen gewährt, 
erscheint es doch als angemessen zu erwähnen, dass sie nach den 
neuesten Forschungen in Deutschland und zwar vielfach ebenfalls nach 
byzantinischen Vorbildern zur Ausübung gekommen ist. In den Or- 
namenten zeigt sie indess die schöne und eigenthümliche Ausbil- 
dung des romanischen Styls. 
Noch weniger spielt in dieser Epoche die Glasmalerei 4 eine 
selbstständige Rolle. Von den ersten Anfängen der Anwendung 
farbiger Gläser in den Kirchenfenstern, welche bis in das 10. Jahr- 
1 S. Kunstwerke und Künstler in Deutschland. I. S. 310 und Hotho, die Maler- 
schule Huberts van Eyck. Th. I. S. 162 f.  2 Ueber letztere verweise ich auf die" 
Arbeiten des Caplan Bock.  3 S. das Handbuch der Malerei. 2. Ausgabe. Bd. I. 
S. 171.  4 S. über dieselbe M. A. Gessert, die Geschichte der Glasmalerei etc. 
1839. 8. Fiorillo, Geschichte der Malerei. I. S. 197 f. Emeric David, Histoire de 
a peinture S. 79 ff. 
Waagen, Handb. d. Malerei. I.  3
        

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