Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259594
Epoche von 1530 bis 1600. 
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Kreuz, ebenda, am besten seine Bildnisse, so des Kaiser Rudolph II. 
an derselben Stelle. 
Christoph Schwarz, geboren zu Ingolstadt in Baiern, ge- 
storben 1594, wurde, nachdem er sich in Venedig vornehmlich nach 
den Werken des Tintorett ausgebildet hatte, Hofmaler des Her- 
zogs von Baiern in München. Er hatte Sinn für Gefälligkeit der; 
Formen, und Grazie der Motive, welche indess öfter sehr manierirt 
sind. Seine Köpfe sind jedoch fade, seine Färbung bald grell und; 
bunt, bald schwach und verblasst. Auch er führte in Fresco Ma- 
lereien am Aeusseren von Häusern aus. Unter seinen Bildern in 
der Pinakothek ist die Maria mit dem Kinde in der Herrlichkeit, 
N0. 105, das namhafteste, ein Familienportrait, 110.115, worin man 
als Vorbild deutlich Tintorett erkennt, das ansprechendste. 
Johann Rottenhammer, geboren zu München 1564, ge- 
storben iKXugsburg_ idiä-äi, ein Schüler des Hans Donnauer, besuchte 
Italien und bildete sich ebenfalls besonders nach Tintorett aus. 
Auch malte er eine Anzahl grosser Bilder, gewöhnlidlimaber arbei- 
tete er in einem kleineren" Maassistabeuiind vereinigte sich bald mit" 
Jan 1319111211911. bald. 111i? Paul 5111.11! eißmeinßßmen Arbeiten. wobei- 
er "denn die Figuren, undizwar meist unbekleidete, aus dem Kreise 
der Mythologie, "oder der Allegorie, jene aber die Landschaftenrmal- 
ten. In den Bildern aus seiner früheren Zeit, z. B. seinen Tod des 
Adonis im Louvre, N0. 424 , kommt er in der_ Kraft, Wärme und 
Klarheit der Färbung dem Tintorett__sehr nahe, und finden sich auch 
dessen zierliche , aber etwas spitze Formen vor. Leider aber hat 
er sich-auch von ihm in diesem , wie in vielen anderen Bildern die 
styllose, in den Linien verworrene und zerstreute. Anordnung ange- 
eignet. Seine späteren Bilder aber, wie seine Maria in der Herr- 
lichkeit  der Pinakothek, N0. 111, machen häuliämdurchidas _zie- 
gelrothe Fleisch, die igrünen Schatten, einen bunten Eindruck. In 
seinen. sehr zahlreichen kleinen Bildern spricht er sowohl durch 
jene zierlichenFormen, als durch die sehr zart verschmolzene Aus- 
führung an. Dergleichen finden sich in allen Gallerien vor. 
Bei weitem die origincllste künstlerische Eigenthümlichkeit, 
welche Deutschland in dieser, im Ganzen so wenig erfreulichen, 
Epoche hervorgebracht hat, ist Adam Elzheim er. Zu Frankfurt 
im Jahr 1574 geboren, 1 verrieth sich sein TalenTTlIT Kunst 391101! 
{ji- 
1 Sandrart Th. I. S. 294. 
Schnaase, 
niederländische Briefe S.
        

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