Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259574
Epoche von 1530 bis 1600. 
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uung schwachen, in der Ausführung harten, Bildnissen schliesst er 
sich in der ganzen Kunstform noch der altdeutschen Schule an. 
Auch die Weise wie Quentin Massys, Vürgänge aus dem ge- 
wöhnlichen Leben darzustellen, fand, wenn schon sehr vereinzelt, 
in Deutschland Nachfolge. So blühte in Basel der Maler Maxi- 
min, welcher mit vielem Humor und grosser Lebendigkeit, Geld- 
wechsler und Aehnliches malte. Ein gutes Bild dieser Art beündet 
sich in der Pinakothek zu München, N0. 44. 
Eine etwas spätere Generation giebt sich ungleich mehr jener 
verkehrten Nachahmung italienischer Kunst hin, und erst in ihren 
Hervorbringungen erscheint diese Richtung in ihrer völligen Ausar- 
tung. Besonders manierirt und geschmacklos zeigen sie sich in dem 
ganzen Gebiete der idealischen Kunst, als der Mythologie, der Alle- 
gorie, der heiligen Geschichte, zumal wo nackte Figuren eine 
Hauptrolle spielen. Um etwas erträglicher, jedoch minder wahr 
und ileissig, als die gleichzeitigen Niederländer, sind sie in solchen 
Gegenständen , welche dem Gebiete des Realismus angehören, als 
in Vorgängen aus ihrer Zeitgeschiehte, oder aus dem gemeinen 
Leben, in Bildnissen und in Landschaften. Die namhaftesten unter 
diesen Malern sind folgende. 
Tobias Stimmer, geboren zu Schaffhausen 1534. Nach der 
damals in Deutschland üblichen Sitte schmückte er viele Fagaden 
von Häusern in seiner Vaterstadt, in Strassburg und Frankfurt mit 
Frescomalereien aus. Von diesen hat sich indess nichts mehr er- 
halten. Auch seine Oelgemälde kommen sehr selten vor. Die 
Bildnisse eines Herrn von Schwyz, Bannerherrn von Zürich und 
seiner Frau, in der Sammlung des Herrn Karl Waagen in München, 
zeigen eine wahre Auffassung, gute Zeichnung und ein tüchtiges 
Machwerk. Seine ganze Kunstweise lernt man aus mehreren hun- 
derten nach seinen Zeichnungen ausgeführter Holzschnitte kennen. 1 
Er ist zu Strassburg in seinen besten Jahren gestorben. 
.10, st Amman, im Jahr 1589 zu Zürich geboren, kam schon 
im Jahr 1559 nach Nürnberg und starb d_aselbs_t_1591. Von seinen 
Bildern inwÖel und auf Glas scheint sich nichts erhalten zu haben. 
vdiwäiäiiß?" erstaunlichen Kunstthätigkeit  verschiedene von 
ihm ausgeführte Kupferstiche und eine grosse Zahl nach seinen 
 
1 Burtsch im angeführten Werk Th. 
830.
        

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