Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259564
326 
IV  
Buch 
Kapitel. 
gestorben 1562, als Maler, Kupferstecher und Zeichner für Holz- 
schnitte, thätig. Seine Bilder sind jetzt sehr selten geworden. Aus 
seinen zahlreichen, die verschiedenartigsten Gegenstände behandeln- 
den Kupferstichen, und den nach ihm ausgeführten Holzschnitten, 1 
erhellt indess, dass er sich in seiner früheren Zeit, wenn schon in 
mehr handwerksrnässiger Weise, noch der Schule des Albrecht 
Dürer anschliesst, später aber mit vieler Handfertigkeit, aber wenig 
Geist, sich der Nachahmung der Italiener hingiebt. 
In Regensburg ist Michael Ostendorfer, welcher sich mit 
Abnahme von Geist und Geschick, meist nach A. Altdorfer ausge- 
bildet, um 1550 als Maler dadurch merkwürdig, dass er, wie 
Lucas Oranach, den Kern der Lehre Luthers darzustellen sucht. 
Ein "Altar dieser Art befindet sich in der Sammlung des historischen 
Vereins zu Regensburg. 2 
In München blühte um dieselbe Zeit der dort 1515 geborene 
und 1572 gestorbene Hans Müelich, gewöhnlich, doch irrig, 
Mielich geschrieben. In seinen jetzt seltnen Bidnisscn, deren ein 
weibliches in den Privatsammlung des Königs von Preussen befind- 
lich ist, folgt er noch der altdeutschen Weise. Die Auffassung ist 
treu, die Farbe klar, die Behandlung fleissig. Ebenso erscheint 
er auch in den Bildnissen des Herzogs Albrecht V. von Baiern, 
seiner Gemahlin Anna, und anderer Personen, unter denen auch er 
selbst, welche er in Miniatur für diesen Fürsten in den Pracht- 
manuscripten der Musik der sieben Busspsalmen von Orlando di 
Lasso, und der Motetten des Cyprian de Rore ausgeführt hat.3 
Die darin beündliehen historischen Bilder von ihm zeigen dagegen 
einen schwächlichen Nachahmer der Italiener. 
In Wiennlarbeitete um dieselbe Zeit Hans ßebald Lauten- 
sack, welcher sicher von der Nürnberg-sehen Malerfamilie dieses 
Näiaäiia abstammt, von dem mir aber kein Gemälde bekannt ge- 
worden ist. In seinen Kupferstichenf erscheint er am meisten zu 
seinem Vortheil  , worin 
er, nur in der Auffassung phantastischer, in der Ausbildung hand- 
 Weisläu deäiAlbrecht Altdorfer fortsetzt.  Auch 
in seinen, übrigens in der Auffassung sehr derben, in der Zeich- 
1 Bnrtsch Th. IX. S. 243 5'. führt 558 Kupferstiche von, und verschiedene 
grosse Folgen von Holzsehnitten nach ihm an.  2 Kunstwerke und Künstler in 
Deutschland Th. Il. S. 125 f.  3 Siehe dieselben in der Münchner Hofbibliothek 
unter den Cimelien N0. 51 und 52.  4 Bartseh im angeführten Werke Th. IX. 
S. 207 f. führt 59 Kupferstiehe und zwei Holzschnitte von ihm auf.
        

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