Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259436
Epoche von 1530 bis 1600. 
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auch die beiden kleinen des Königs (N0. 394 und 395) verdienen: 
erwähnt zu werden. 
Paul van Sommer, geboren zu Antwerpen 1576 , gestorben" 
1624, hat eine Reihe von Jahrgenxin_rlilnglland_ gearbeitet, wo sich 
daher auch noch jetzt seine besten Arbeiten befinden. Seine Auf. 
fassung ist wahr und lebendig, seine Färbung warm und klar, seine 
Ausführung fleissig. Vortrefflich ist sein, Bildniss des Lord Bacon 
in der Sammlung des Lord Oowper zu Pansenger, sowie die des, 
berühmten Grafen Aruudel imd seiner Gemahlin in Arundel-Castle, 
dem Sitz des Herzogs von Norfolk. 
Die Mehrzahl der übrigen Bildnissmaler der spätesten Genera- 
tion dieser Epoche waren Holländer. 
Michael Janse Mierevelt, geboren 1567 zu Delft, gestor- 
ben 1651, vereinigt mit einer schlichten und wahren Auffassung 
eine sehr klare, öfter warme Färbung, und eine fieissige Ausfüh- 
rung. Die Anzahl der von ihm in seinem langen Leben ausgeführ- 
ten Bildnisse ist sehr beträchtlich. Eine ganze Reihe von densel- 
ben befindet sich auf dem Rathhause zu Delft in Holland. In sei- 
nem grössten, mir bekannten, Bilde, "einem Schützenstück vom Jahrs 
1611 mit vielen Figuren, erscheint er indess nicht zu seinem Vor; 
theil. Obwohl die Köpfe recht lebendig, ist doch die Farbe etwas 
schwer, die Behandlung etwas handwerksmässig. Um etwas bessern 
sind die Portraite von Wilhelm I., dem II. und Moritz von Oranien 
im Zimmer des Bürgermeisters. Sehr vorzüglich aber, durch die 
höchst wahre Auffassung, die klare Färbung, die üeissige Ausfüh- 
rung, ist ebenda ein Brustbild des Hugo Grotius, und besonders- 
weich für diesen ltleister" seine drei Kinder über dem Kamin.__ Auch 
in den Gallerien zu Dresden und München finden sich sehr 
schöne Bildnisse von ihm vor. 
Unter seinen Schülern zeichnen sich durch ähnliche Art und 
Verdienste besonders sein Sohn Peter Mierevelt und Paul 
Moreelze, von dem ein tretfliches Bildniss im Museum zu Berlin, 
aus. Letzterem schliesst sich sehr nahe Johann Wilhelm Delft 
an, von dem sich ein bezeichnetes und von 1592 datirtes Schützen-e 
stück mit vielen Figuren, von wahrer Auffassung und tüchtiger Ma- 
lerei, indess etwas harten Umrissen und schwerer, brauner Färbung 
des Fleisches, ebenfalls auf dem Rathhause zu Delft befindet. Ihm- 
nahe steht Jacob Delft, von dem das StädePsche Institut zu. 
Frankfurt ein ausgezeichnetes weibliches Bildniss bewahrt.
        

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