Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259380
308 
Buch. 
Kapitel. 
indess in Erfindung, Färbung und Machwerk weit unter seinem 
Vater. Die Composition ist meist lahm, die Köpfe geistlos, das 
Fleisch von einem schweren Lederbraun, der Vortrag sehr hand- 
werksmässig. Beispiele gewähren seine Kreuztragung im Museum 
zu Antwerpen (N0. 255) und Berlin (N0. 721). Die Bilder, 
welche ihm in den Gallerien zu Dresden und München beigelegt 
werden, rühren nicht von ihm, sondern von seinem jüngeren Bruder, 
Jan Breughel, her.  
Dieser, genannt Sammetbreughel, geboren zu Antwerpen 
1568, gestorben ebenda 1625, war ein ungleich begabterer Künstler 
und von einer seltnen Vielseitigkeit des Talents. Wenn er auch 
vornehmlich Landschaftsmaler war, als welchen wir ihn erst etwas 
später zu betrachten haben werden, so spielt er doch auch als Genre- 
maler unter seinen Zeitgenossen eine bedeutende Rolle. Seine, sich 
allerdings nie über eine derbe Wirklichkeit ;erhebenden, Bauern 
sind sehr lebendig. Und ganz in denselben Formen und in derselben 
Art behandelt er auch in sehr kleinem Maassstabe die heilige 
Geschichte, namentlich Höllenscenen, oder Vorgänge der antiken 
Unterwelt mit starken Lichtwirkungen. Eine klare und kräftige 
Farbe, eine sorgfältige Ausführung ist diesen, wie allen seinen 
Bildern eigen, dagegen fehlt es auch fast allen an einer genügenden 
Gesammthaltung. Unter seinen zahlreichen Bildern in den Galle- 
rien zu Dresden, München und Berlin finden sich verschiedene 
Beispiele von den angeführten Gegenständen. 
Der 1578 zu Mecheln geborene David Vinckebooms, oder 
Vinckeboons, 1 ist ein ihm in manchem Betracht verwandter, doch 
auf einen ungleich engeren Kreis beschränkter, Meister, welcher 
sich indess doch auch, ausser in der Genremalerei, als Land- 
schaftsmaler geltend gemachtwhati Er fasst die Welt der Land- 
leu-tel, welche er als ersterer darstellt, besonders gernhbeigilgiigniessen 
111" den Aeussegngen _rohster Sinnlichkeit auf. Auch sind seine 
Figuren häufig von abstossender Hässlichkeit undGemeinheit, und 
seine Fleischfarhe von-"eineinmmliarten, schreienden Roth. Bilder 
jener Art befinden sich in denselben Gallerien. 
Lucas van Valkenburg, geboren zu Mecheln, gestorben 
1625, malte in einem etwas grauen, aber harmonischen Ton, Vor- 
gänge aus dem Leben der Landleute und der Soldaten, Seine sehr 
der Maler von Antwerpen geschrieben. 
1 So ist er in dem Gildebuch 
Catalog von Antwerpen S. 210. 
den
        

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