Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259360
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Buch. 
Kapicc" 
heilige Hieronymus vom Jahr 1537 in der Gallerie zu NVien an- 
Alle diese Bilder sind von warmer, kräftiger Färbung und fleissiger, 
wiewohl etwas derber Behandlung. Seine späteren Bilder zeigen 
dagegen in allen Theilen, den Charakteren, der Färbung, der Be- 
handlung, eine grosse Schwäche. Beispiele dieser Art gewähren 
seine Heimsuchung vom Jahr 1558, N0. 156, und seine Heilung 
des Tobias vom Jahr 1564, No.157, im Museum zu Antwerpen. 
Jan van Iitüljidaevn, geboren etwa um 1500, gestorben vor 
dem Jahr 1566, ist, wenn nicht ein Schüler, doch sicher ein Nach- 
ahmer des Quentin Massys. Er ist liiiiiiig von einer furchtbaren 
Gemeinheitmin Formen und Ausdruck, immer sehr Mhart, in" den Um- 
nssäälind meist von einer schwer braunen Färbung. Er hat öfter 
_den Quentin Massys kopirt. So kenne ich von einer Berufung des 
Matthäus zum Apostelamt desselben, welche ich in England ge- 
sehen, drei Kopien von ihm, deren sich eine im Museum von Ant- 
werpen, No. 214, zwei in der Gallerie von Wien befinden. Eins 
seiner gefälligsten Bilder ist eine kleine heilige Familie vom Jahr 
1541 in der Pinakothek (N0. 100, Cabinette), eins seiner widrigsten 
ein heiliger Hieronymus in der Gallerie zu Wien. In dem Bildniss 
des Malers Jan Mabuse, ebenda, zeigt er sich indess als ein tüch- 
tiger Meister in diesem Fach.  
Ein diesen nahe verwandter und recht verdienter, aber wenig 
bekannter Meister ist Iwimuwiis, von dem ein Dudelsackpfeifer und 
ein altes Weib vom Jahre "414571 im Museum zu Berlin befindlich 
istfmfäiis.   
Pieteniärgtszen, genannt der "lange Peer", geboren 
1507, gestorben 1573, ein Schüler des Allard Claessen, war ein 
Künstler von einem ausserordentlichen Talent, welcher in Löwen, 
Amsterdam, Delft u. s. w. vielehgrcsse Altarbilder ausführte, die 
indess sämmtlich bei dem Bildersturm im Jahr 1566 vernichtet 
worden sind. Nach den kleineren, noch vorhandenen Bildern von 
ihm aus der heiligen Geschichte sind sie von realistisch-genreartiger 
Auffassung gewesen. Er beobachtete sehr gut und war ebenso 
lebendig in der Auffassungf, als "geistreich in der  "In 
Samen Gemälden kommt hiezu eine kräftige und klare Färbung. 
Ein gutes Bildchen von ihm ist eine Kreuzigung Christi Wim diesem 
zu Antwerpen, N0. 159, ein sehr charakteristisches, eine Kreuz- 
tiagungnvom Jahr 1552, im Museum zu Berlin, N0. 726. iäiiier 
Gegenstand ist nämlich ganz wie die Hinrichtung eines armen
        

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