Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259355
Epoche von 1530 bis 1600. 
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protestantische Geistliche. Beide Theile sind beschäftigt in dem 
Flusiehschwimmende Menschen mit Netzen aufzufangen. Unter den 
Katholiken gewahrt" man die Portraite von Albert! und Isabella, un- 
ter den Protestantenmdie-von"den Prinzen Mann" und" Friedrich 
Heinrich von Oranien, und dem Kurfürsten Friedrich von oder Pfalz, 
Inschriften und einzelne Darstellungen zeigen eine starke Satyre 
gegen das Pabstthum und eine Verherrlichung der evangelischen 
Kirche. Dieses sehr reiche Bild ist sowohl wegen des Gegenstandes, 
als wegen der darin bewiesenen Kunst, sehr interessantß Als 
Kunstwerk noch ausgezeichneter ist indess ein Dild, "N0. 543, im 
Louvre, welches ebenfalls in einer Landschaft, von Jan vBreughAel 
ein zu Ehren des 1609 zwischen dem Erzherzog Albert und den 
vereinigten Staaten geschlossenen Waffenstillstandes gefeiertes Fest 
darstellt und mit A. V. Venne Fcsit (sie) 16111 bezeichnetmidst. 
Merkwürdig ist das Gemisch von Portraiten, unter denen die vom 
Erzherzog Albert undlsabella, und von Zügen aus der Mythologie 
iiün Allegorie. Die Köpfe sind hier sehr scharf individualisirt, und 
mit grosser Präcision in einem goldigen. klarenwflfon ausgeführt, 
Er war ebenso vielseitig anäßäilfifiäi Erifiinwdungen, wie er denn auch 
die Zeichnungen zu Illustrationen einer Ausgabe" der Gedichte des 
beliebten holländischen Volksdichters Cats gemacht hat. 
Für verschiedene Meister wurde diehderb realistische Weise, 
womit Quentin Massys gelegentlich Wechsler und andere Vor- 
gänge aus dem gemeinen Leben behandelt hatte, das Vorbild nicht 
allein für die Darstellung ähnlicher, sondern auch biblischer, Gegen- 
stände. Keiner von ihnen erreichte ihn indess, sie verfallen meist 
in arge Uebertreibungen und widrige Gemeinheit. 
Zuerst ist hier der Sohn des Quentin, Jan Massys, zu 
nennen, der etwa von 1500 bis 1570 gelebt hat. Aus seiner frü- 
heren Zeit rühren höchst wahrscheinlich die Wiederholungen nach 
den Bildern von Wechslern von seinem Vater her, da van Mander 
ausdrücklich sagt, dass er dergleichen gemalt habe. Besonders 
ausgezeichnete Beispiele dieser Art sind die Bilder der Geizigen in 
Windsor-Castle, in dem Museum zu Berlin (N0. 671) und in 
der Pinakothek in München (N0. 80). Ihnen schliesst sich der 
1 Das Verdienst dieses, früher ganz iuig dem Heinrich vßn 13111811 beißen"!!- 
sene, Bild dem rechten Meister öffentlich vindicirt zu haben. gebührt W- Bürger, 
Musäes de 1a Hollande Th. I. S. 61 H.  
Waagen, Hnndb. d. Malerei, I. 20
        

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