Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259275
Epoche vop 1530 bis 164 
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Jahr 1575, grässlich. Für seineuäuffassung mythoiogischer Gegen- 
stände ist Momus, welcher die Werke dernGötter tadelt, vom Jahr 
1561, im MusÜi-iinm zu Berlin (N0. 655), für seine "Kunst besonders 
charakteristisch. Dasselbe gilt von Silen auf dem Esel und zwei 
Bacchanten in der Gallerie zu Wien. 1  
Lainbert Sustermann, genannt Lamliert Lombard, 
geboren luöüßlzu Lüttich, gestorben ebenda 1560 war ein Schüler 
des Janwyonv Mabuse, und eignete sich schon von ihm die italie- 
nischehlglllnstxveise an, welche er, als er im Jgliillöäß inrGefolge 
deänlißfarglinals Pole__nac_li ltalien ging, unter Andreawdel Sarto noch 
mehr ausbildete. Er eröffnete nach seiner Rückkehr in Lüttich eine 
zahlreich besuchte Schule, wodurch jene Kunstweise immer allge- 
meiner in den Niederlanden verbreitet wurde, er war aber zugleich 
auch Architelgt,ulgunferstecher, Numismatiker, Archaeolog und Dich; 
ter. Es iehlt ihm sowohl in den ßönfe1iv,;als in den Bewegungen 
"nicht an Schönheitsgefühl, obwohlmerd in! den letzteren bisweilen 
auch sehr mäiiieimist. In der Angaubender Muskeln hat er, gegen 
andere Maler aBTZeii, etwashugerntissigtes.  derwEärbung waltet 
in der Regel eine kühle Stimmung und eine Abtöniuhgisfuwmato) 
vor, welches er sich" ivahrscheinlich yon Andreandelqäarto angenom- 
men hat. In der Ausführiiriä" ist er sehruiieisfsig. Bilder von ihm 
sind jetzt sehr selten. "Die nainhaftestenfder Durchgang durch das 
rothe Meer,  wenig glücklich,  eine Vision,  "iingrleichnbesser, 
Ä diifGeisseln Gottes, Pest und Schiffbruch,  weit am gelungen- 
sten -"'befanden sich in" der" Sammlung des Königs der Nieder- 
lande. 2 Eine Maria mit dem schlafenden Christuskinde, von feinem 
Gefühl und zarter Vollendung, doch blass in der Farbe, besitzt 
das Museum zu Berlin (N0. 653). 
Frans de Vriendt, genannt Frans Floris, geboren zu 
Antwh-iifiengegen l520, gestorben ebendarlö7yö, lernte seine Kunst 
bei Ikanibeit Lombard, besuchte aber auch Italien. Schon im Jahr 
1540 als Äleister in die Halergilde zu lkutwjerpen aufgenommen, 
eröffnete er dort eine Schule, welche ven 120 Malern besucht _geb-_ 
wesen sein sollfuinhfihiuw erreicht jcneitalienisßhe Kunstweise...sei11e. 
vollsfandigste "Ausbildung. Er war ein Künstler von ungemeinenl 
1 Die zahlreichen, in der Pinakothek zu' München ihm beigemessenen Bilder 
rühren durchweg nicht von ihm, sondern von Bartolomäzls de Bmyn her.  9 Sie 
wurden bei der Versteigerung zurückgezogen und befinden sich meines Wissens 
noch im Haag.
        

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