Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1259213
Epoche von 
1530 bis 1600. 
291 
Art der Aufgabe auf die Ausübung ihres ursprünglichen Kunstna- 
turells angewiesen wurden. Da diese Illpoche ihre Bedeutung 1m- 
gleich mehr als (äliekdmin iici- historischen Kette, als durch den 
Werth ihrer eignen Hervorbringungen hat, wird es genügen, nur 
die wichtigsten Maler, und von diesen wieder nur einige Haupt- 
werke in Betracht zu ziehen. 
Der erste, welcher der Vaterländischen Kunstweise, worin er, 
wie wir oben gesehen, selbst so Ausgezeichnetes geleistet hatte, 
ungetreu wurde, war J an Mab us e. Seine Bilder, ungefähr von 
1512 ab, haben, mit wenigenwÄiisnahmen, alle jene oben gerügten 
Uebelstände. Sie machen sich vorzugsweise durch die meisterhafte 
llllalverei geltend. Unter den Bildern aus dem religiösen Kreise 
zeichnen sich am meisten einige kleinere aus. S0 der, sehr häufig 
gleichzeitig copirte, Eccehomo im Museum zu Antwerpen 
(N0. 57) von meisterlichenlModellirung und sehr kräftiger Färbung, 
und zwei Marien mit "dem Kinde in sehr reicher und meisterlich 
gemachtäwafrehitektonischer Umgebung in der Sammlung des Herrn 
Thomas Baring in Londonß Am Wglylggatnelrmglitifklich ist er in 
seinen nackten Figuren. So incseinem Bilde Adgmwunrl Eva im 
Sehlosse Hamptoneourtß wovon eine Originalwiederholung im 
Museum zu Berlin, N0. 642. Besonders widerstrebend sind aber 
solche, wenn sie aus deraMjjthologie entnommen sind, wie Kentun 
mit der Amphitrite vom Jahr 1516 am letzten Ort (N0. 648), und 
Danae, welche den goldnen Regen empfängt, vom Jahr 1522, in 
dei-"Pinakothek (N0. 41, Oabinette). Fast am ansprechendsten aus 
dieser Zeit sind Bildnisse in genreartiger Auffassung, z. B. ein 
junges Mädchen, welches Geldstiieke wägt, im Museum zu Berlin 
(N0. saß A).   
Diesem schliesst sich zunächst Berwnhard_ von Orley an, 
welcher 1471 zu Brüssel geboren, 1541 ebenda gestorben ist. Ob- 
gleich dem Mabuse fast ganz gleichzeitig, sind doch keine Bilder 
von ihm bekannt, welche in Geist und Technik sich in so würdiger 
Weise der alten Schule anschliessen, als die des Mabuse vor seiner 
italienischen Reise. Auf der anderen Seite ist er aber auch in 
Seinen, in italienischer Art gemalten, Bildern nie so kalt llgfGefü-hla 
so geschmacklos in den Formen, als Vjener, welchfeswtheils in seinem 
ursprünglichen, den Niederländer nie ganz iverläugnendem Naturell 
Treasures Th 
Treasures Th. 
368.
        

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