Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1258777
VOR 
Epoche 
1500 bis 1550. 
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vielleicht auch die Rückseite des Mittelbildes, die Heiligen Augu- 
stinus und Johannes der Evangelist, her. Unter den übrigen, von 
seinen Gehülfen gemalten Theilen zeichnen sich am meisten die, 
wahrscheinlich von Lucas Cranach ausgeführten Heiligen Mag- 
(lalena, Ursula, Katharina und Erasmus aus. 1 Da die, übrigens 
schwächste, Darstellung der Verkündigung die Jahrzahl 1529 trägt, 
so geht daraus hervor, dass er um diese Zeit noch mit der vollen 
Kraft seiner Kunst gearbeitet haben muss.  In der Gallerie Lich- 
tenstein zu Wien. Zwei Altarflügel, ein Kranker von einem Bi- 
schof geheilt und der heilige Hubertus, dort irrig Cranach genannt. 
 In der kaiserlichen Gallerie ebenda, das treiiliche Brustbild des 
Kaisers Maximilian I.  Ein Hauptwerk von ihm ist aber eine Kreuz- 
abnahme ebenda in der Gallerie Estcrhazy, wo er irrig für Schauf- 
felein gilt. Auch ein sogenanntes Rosenkranzbild, in der St. Antoni- 
capelle des Dorns zu Bamberg, worin, innerhalb eines grossen 
Rosenkranzes, die von vielen Heiligen verehrte Dreieinigkeit und, 
unterhalb desselben, Personen aus der Zeit des Bildes, Pabst Leo X. 
und Kaiser Maximilian I. befindlich, ist ein ausgezeichnetes Werk 
von ihm. Dasselbe gilt von den Flügeln eines Altars zu Heils- 
bronn in Franken und zweier Altäre in der Kirche zu Anna- 
berg im Erzgebirge? Auch England besitzt in derSammlung des 
Prinzen Gemahl zu Kensington ein schönes und ansehnliches 
Werk dieses Meisters. Es ist ein Altar, dessen Mitte lllaria in der 
Herrlichkeit mit dem Kinde, von den Heiligen Katharina und Bar- 
bara verehrt, auf den inneren Seiten der Flügel die Heiligen Nico- 
laus und Georg, darstellt. Die Aussenseiten, Jacobus der ältere 
und Erasmus, verrathen die Hand eines Schülers.  
Hans Grimm er, ein Schüler des Mathäus Grunewald, ist aus 
den noch vorhandenen Gemälden nur als ein in der Auffassung und 
Zeichnung lebendiger und feiner, in der Färbung klarer, in der 
Ausführung i-leissiger Portraitmaler bekannt. Besonders gilt dieses 
von dem Bildniss einer Frau in der llloritzcapelle, N0. 140. Das 
Gegenstück, ein Mann ebenda, N0. 136, steht jenem, besonders in 
der Färbung, nach. 
1 Vergl. Passavant im Kunstblntt von 1846, N0. 48, und meine Bemerkungen 
über Försters Geschichte der Malerei in Deutschland, im Deutschen Kunstblatt von 
13541 S- 393-  2 S. Näheres Kunstwerke und Künstler in Deutschland Th. I. 
S. 306 und 46. 
        

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