Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1258747
244 
III. 
Buch. 
Kapitel 
Werk, doch halte ich die ursprüngliche Erfindung dieses, von meh- 
reren Künstlern oft wiederholten, Bildes, für von Quintin Massys. 
 Ein trelfliches Bild in seiner italienischen Manier ist Venus und 
Amor, in der Pinakothek, N0. 95. Es ist graziös in den Motiven, 
rein in den Formen, und sehr gut modellirt. hleisterliche Bildnisse 
von ihm sind, das eines jungen Mannes, No. 585, des Malers 
Schwetzer und seiner Frau, N0. 582 und 587, im Museum zu Berlin, 
des General Sebald Schirmer, N0. 77, im Landauer Brüderhause 
zu Nürnberg, das Brustbild eines Mannes im schwarzen Pelzrock 
vom Jahr 1543 in der Gallerie zu Wien, das des Erasmus von 
Rotterdam nach Holbein in Windsorcastle. Unter den 126 
Kupferstichen, welche Bartsch von ihm beschreibtf hat er sich den 
Geist und die Form der Schule Raphaels wohl am meisten in den 
bekannten sechs Triumphen des Petrarca, der Liebe, der Keusch- 
heit, des Ruhms, der Zeit, des Todes und der Religion, N0. 117-122, 
angeeignet. Den treiflichen Schüler des Maroanton erkennt man 
besonders in der nach einer Zeichnung des Giulio Romano gesto- 
chenen Eroberung ron Karthago vom Jahr 1539, N0. 86, dem 
grössten Blatt des Meisters. Wie ausgezeichnet er im Fache des 
Portraits auch als Kupferstecher war, beweist das im Jahr 1543 
gestochene Bildniss des Kürfürsten Johann -Friedrich des Gross- 
müthigen, N0. 126, das beste, so wir meines Erachtens vbn diesem 
Fürsten besitzen. 
Jakob Bink, entweder 1490, oder 1504 zu Köln geboren, hat 
sich nach seinen Kupferstichen jedenfalls nach A. Dürer gebildet 
und Italien besucht. Sonst wissen wir von seinem Leben nur, dass 
er schon vor dem Jahr 15:46 als Portraitmaler im Dienst des Königs 
von Dänemark war, dass er einige Zeit zu Königsberg am Hofe 
Albrechts, Herzogs von Preussen, gearbeitet und im Jahr 1549 Voll 
diesem nach den Niederlanden geschickt wurde, um dqrt ein Grab- 
denkmal für dessen Gemahlin machen zu lassen, im Jahr 1551 
förmlich in die Dienste dieses Fürsten getreten und gegen 1:360 in 
Königsberg gestorben ist. Merkwürdigerweise ist von historischen 
Bildern keins von ihm bekannt. Von den Bildnisscn, welche ihm 
beigemessen werden, habe ich nur das in der Kaiserl. Gallerie zu 
Wien gesehen. Es ist von energischer Auffassung und feiner 
Zeichnung, kühl, aber harmonisch in der Färbung. In der Kunst- 
1 Bartsch VIII. 
319 11'.
        

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