Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1258373
xe von 1500 bis 1550. 
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20T 
det, die Zeichnung gut und belebt in den Umrissen. Die Modellirung 
ist sehr sorgfältig. l Ein anderes, ebenfalls sicher aus der Werkstatt 
des Dürer hervorgegangenes Exemplar von grosser Gediegenheit, ob- 
wohl ich sein Verhältniss zu dem in Madrid nicht näher angeben kann, 
wird im Palast Pitti zu Florenz aufbewahrt. 2 Ein drittes, gleich- 
falls für ein Original ausgegebenes, im Museum zu Mainz , ist da- 
gegen eine alte Copie, welche, angefertigt um das Original zu er- 
setzen, 1796 von den Franzosen geraubt und nach der Provincial- 
sammlung von Mainz geschickt werden ist. 
Aus demselben Jahr rührt auch das Bildniss eines blonden 
jungen Mannes in einem mit Ilascnpelz gefütterten Kleide in der 
Gallerie zu Wien her. Es zeichnet sich vor den meisten Portraiten 
Dürers durch ein feineres Naturgefühl und eine ungewöhnliche 
Röthe des Lokaltons aus. Die Ausführung ist sehr Heissig. 
In das Jahr "1507 fällt auch, der Hauptsache nach, das Mar- 
tyrium der 10,000 Christen unter Sapor II., König von Persien, 
welches Dürer für den Herzog Friedrich, nachmaligon Kurfürsten 
von Sachsen, ausführte, später aber, wohl ohne Zweifel, wie die 
schon erwähnte Anbetung der Könige, vom Kurfürsten Christian II., 
dem Kaiser Rudolph II. geschenkt wurde, in dessen Sammlung schon 
van Mander das Bild bewunderte. 3 Nachmals aber kam das Bild in 
die kaiserliche Sammlung nach Wien, wo es sich auch noch jetzt 
beiindet. Im Vorgruude sieht man den König zu Pferde, von seinen 
Grossen umgeben, auf dessen Geheiss das Martern und die Töd- 
tnng der Heiligen in verschiedener Weise vor sich geht. Manche 
werden enthauptet, andere geblendet, im Hintergrunde eine grosse 
Zahl vom Felsen gestürzt. Im Mittelgrunde stehen in schwarzen 
Kleidern A. Dürer und B. Pirkheimer und sehen dem Vorgange 
zu. Auf einem Fähnlein, welches der erste in den gefalteten Hän- 
den hä1t,. liest man: Iste faeiebat Anno Domini 1öO8,4 Albertus 
Dürer Alemanus. Wie Michelangelo in seinem berühmten Carton 
von dem Gegenstande der, nach den Zeichen zum Kampf in gröss- 
ter Hast aus dem Bude im Arno kletternden und sich aukleidenden, 
1 S. Passavant, die christliche Kunst in Spanien S. 142.  2 Bei einem. 
Aufenthfzlt im Jahr 18-11 wurde es mir gestattet, dasselbe an der hohen und 
ungunstigen Stelle, wo es befindlich, auf einer Leiter in der Nähe zu betrachten. 
Es galt damals noch ganz irrig für ein Werk des Lueas Cranach.  3 Het Schil- 
deYboeck Bl- 131 b- f-  4 Aus den eignen Worten Dürers in zwei Briefen an 
Jakob Heller geht hervor, dass es schon im Jahr 1507 über die Hälfte fertig und 
dass esdigi! Jahr 1508 bereits gegen Ostern vollendet gewesen. S. Reliquien 
S. 34 un  
        

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