Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1258321
202_ 
IlI. 
Buch. 
Kapitel. 
mit gewaltiger Triebkraft emporstrebend, dennoch eine vollc und 
reiche Krone entfaltet. 
Die Bilder von Dürer, welche ich jetzt in Betracht ziehe, sind 
sehr selten. Da er für ein Gemälde, woran er fast ein Jahr ge- 
arbeitet hatte, nicht mehr als 200 Gulden erhielt, wobei er nicht 
bestehen konnte, verwendete er des Erwerbs willen seine meiste 
Zeit auf das Stechen, und das Zeichnen für Formschneider. Dürer 
hat die gute, bei deutschen llIalern nicht häufige Sitte gehabt, die 
meisten seiner Bilder, ausser mit seinem Monogramm, auch mit dem 
Jahr der Ausführung zu bezeichnen, so dass ich jetzt eine Auswahl 
derselben, ihrer Zeitfolgc nach betrachten kann. 
Das älteste, mir von Dürer bekannte Gemälde ist das Bildniss 
seines Vaters, des Goldschmiede Albrecht Dürer mit dem Jahr 1497 
bezeichnet, welches 1644, in der Sammlung des Grafen Arundel be- 
iindlich, von Ilollar gestochen, jetzt sich im Besitz des Herzogs von 
Northumberland in Sionhouse, unweit von London, befindet. Es 
ist höchst lebendig aufgefasst, leicht, aber sehr geistreich in zeich- 
nender Weise gemalt und von sehr warmer, wahrhaft leuchtender 
Färbung. 1 
Dasselbe Bildniss und ebenfalls mit 1497 bezeichnet, doch in 
manchen Theilen abweichend, und mit der Aufschrift: 
„Das malt ich nach meines vatters gestalt, 
Da er war siebenzig Jahr alt." 
befindet sich in der Pinakothek zu München, N0. 128, Cabinette. 
Es steht jenem in der Auffassung und Behandlung sehr nahe und 
ist ebenfalls höchst vorzüglich, wenngleich von minderer Kraft in 
der Färbung. 
Dasselbe Bildniss, indess mit dem Jahr 1498 bezeichnet, gelb- 
licher im Fleischton und mit grünlichem Grunde, auch etWaS mehr 
impastirt, als die beiden vorigen, befindet sich in der Gallerie degli 
Uffizii zu Florenz. Es wurde mit dem folgenden Bildnisse, seinem 
Gegenstück, von der Stadt Nürnberg dem Könige Karl I. von Eng- 
land geschenkt. Bei dem Verkauf von dessen Sammlung aber wur- 
den beide Bilder für den Grossherzog von Toskana angekauft, 
Sein eignes Bildniss in halber Figur. Er steht in einem Kleid 
und einer Zipfelmütze von weiss und schwarz gestreiften; Zeuge, 
einen braunen Mantel über der Schulter, die Hände bequem auf 
1 Vergl. Treasures T11. IV. S. 
StiidePschen Institut in Frankfurt. 
267. 
Eine 
gute 
sehr 
Schulcopie 
hieven 
im
        

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