Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1258249
194 
III. 
Buch. 
Kapitel. 
der Lorenzkirche, welche diesem nahe verwandt sind. Endlich ein 
mit 1476 bezeichnetes Epitaphium in derselben Kirche, mit einer 
Anbetung der Könige von lieblichen Köpfen, völligen Formen und 
weichen Falten der Gewänder. 
Auch in Erfurt befinden sich in einer Kapelle der Kirche 
der Ursulinerinnen vier Bilder eines Meisters von grosser Tüchtigkeit, 
die Kreuzigung und je drei Heilige, Petrus, Paulus, Margaretha, 
Hieronymus und zwei mir unbekannte Heilige, endlich. Johannes, 
Andreas und Barbara. Die Gestalten sind edel, die Köpfe würdig 
in Charakter und Ausdruck, die Gewänder von reinem Geschmack, 
die Ausführung in Oel fleissig, der Grund noch golden. 
Ebenso verdient der Meister eines grossen Bildes in der Gam- 
bertuskirche zu Ansp ach, sowohl wegen seines Werthes, als des, 
öfter im 15. Jahrhundert vorkommenden Gegenstandes, Christus, 
welcher die von Gott Vater gedrehte Kelter tritt, aus der Hcstien 
fallen, so der Palast in Kelchen anffängt, erwähnt zu werden. Auch 
hier findet sich noch der Goldgrund. 
Einige baierische Maler, Gabriel Mächselkircher, welcher um 
1480 in München arbeitete, Ulrich Füterer, der in derselben Zeit 
zu Landshut lebte, und der, gegen Ende des 15. Jahrhunderts 
thätige Hans von Olmdorf bleiben, nach den in der Gallerie zu 
Schleisheim vorhandenen Bildern, gegen die besseren Leistungen 
dieser Zeit sehr zurück und haben etwas ungemein Rohes. 
Sechstes 
Kapitel. 
Die 
deutschen Schulen in der vollständigen Entwickelung 
Eigenthünxlichkeit. Von 1500-1550. 
ihYtf 
In dieser Epoche wurde in Deutschland der Realismus durch 
die freiere, theilweise, z. B. für die Proportionen und die Perspec- 
tive, wissenschaftlich begründete, Beherrschung der darstellenden 
Mittel zur vollständigen Naturwahrheit ausgebildet, und zum Aus- 
druck einer sehr grossen Zahl geisbreicher Erfindun- 
gen verwendet, welche sich nicht allein auf kirchliche Gegen- 
stände beschränkten, sondern auch geschichtliche Begebenheiten, 
Allegorien und Vorgänge aus dem gewöhnlichen Leben in ihren
        

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