Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1257923
162 
III. 
Buch. 
Kapitel. 
van der Goes erkennt, ist der Maler einer Verkündigung Maria, 
ebenda (No. 18). Er zeigt sich in allen Theilen, auch in der Aus- 
bildung des Hintergrundes, als ein sehr tüchtiger Meister. 
Wie spät sich in einzelnen Fällen noch die frühere Richtung- 
behauptet, beweist eine Kreuzigung im Stadtmuseum zu Köln mit 
der Jahrzahl 1458, und eine Maria mit dem Kinde, zwei Heiligen 
und der zahlreichen Familie des Stifters mit 1474 bezeichnet, ebenda, 
in der St. Andreas Kirche. 
Nächst Köln scheint sich, nach den wenigen vorhandenen Ueber- 
resten, in dieser Epoche Nürnberg am meisten hervorgethan zu 
haben, indess ist bis jetzt hier auch nicht ein Name eines Malers 
aufgefunden worden. Ich führe hier nur einige der ausgezeichnetsten 
Bilder an. An einem Pfeiler im Schiff der St. Sebalduskirche, Christus 
am Kreuz, mit Maria und Johannes zu den Seiten, auf den inneren 
Seiten der Flügel Barbara und Katharina, auf den äusseren, Christus 
am Oelberge und die Bildnisse der Stifter. Auf einem unbeweglichen 
Flügelpaar endlich der heilige Erasmus und ein anderer Bischof.  
Der aus der Karthauserkirche stammende Hochaltar in der Marien- 
kirche, dessen Mitte die Kreuzigung, die Verkündigung und Auf- 
erstehung, dessen Flügel die Geburt und die Apostel Petrus und 
Paulus darstellen, dürfte ein etwas späteres Werk desselben sein. l 
Er hat schon manche, der Natur entlehnte, Züge und eine sorg- 
fältige Modellirung. Auch der Meister eines mit 1430 bezeichneten 
Epitaphiums der Frau Waldburg Prünsterin, die Geburt Christi, in 
der Frauenkirche, verdient als hichtig erwähnt zu werden. Zu- 
nächst kommt der, dem heiligen Theocarus geweihte Altar in der 
Lorenzkirche in Betracht, der die Verklärung Christi, den Fischzug 
Petri, und vier Vorgänge aus dem Leben der Heiligen enthält. 
Er zeigt, obwohl noch wesentlich in den Formen der vorigen Epoche, 
eine sehr achtbare" Stufe der Ausbildung. Sehliesslich ist eine Maria 
mit dem Kinde in der Sacristei der Lorenzkirche, Sowohl wegen 
des Adels der Auffassung im Kopf der Maria, und der weitvorge- 
schrittenen Individualisirung der, 1449 gestorbenen, Margaretha. 
Imhof und ihres Sohns, an derem Epitaph das Bild gestiftet worden, 
als wegen der guten Modellirung in einer klaren Farbe rühmlich 
zu erwähnen. 
Dass auch um diese Zeit in Schwaben sich innerhalb der gei- 
 
Werk Th. 
Hotho im angef. 
478 f.
        

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