Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1257857
Epoche von 1420- 
4460. 
155 
in seiner spätesten Zeit in der Kreuzigung in der Sammlung des 
Prinzen Gemahl zu Kensington, unweit London. 
Von einer ihm ähnlichen Kunstthütigkeit war Herri de Bles, 
der, 1480 zu Bouvignes geboren, wahrscheinlich 1550 zu Lüttich 
gestorben ist.  Im Ganzen aber ist er in der Formseiner Kunst 
etwas moderner, in der Färbung kühler. In seiner früheren Zeit 
erscheint er indess in der Farbe noch dem Patinier verwandter, in 
der späteren wird er sehr lang in den Verhältnissen, manierirt in 
den Motiven, dunkel und kalt in der Färbung. Der Umstand, dass 
er sich als lllonogramm einer Eule bediente, erwarb ihm in Italien 
den Beinamen „Civetta." Aus seiner früheren Zeit ist ein männ- 
liches Bildniss mit landsehaftlichem Hintergründe im Museum zu 
Berlin (N0. 624). Ein besonders gutes XVerk seiner mittleren Zeit 
ist die Kreuzigung in der Sammlung des Prinzen Gemahl zu Ken- 
sington. Dasselbe gilt auch von einer Maria mit dem Kinde unter 
einem Baldaehin, zu deren Rechten der heil. Joseph, zu der Linken 
zwei Engel, von denen einer die Laute spielt, als unbekannt in der 
Gallerie Lichtenstein zu Wien befindlich. Der spätesten Zeit ge- 
hört eine, mit dem Namen des Künstlers bezeichnete Anbetung der 
Könige in. der Pinakothek zu München (Oabinette A91) an. 
Alle diese Meister, von Quentin ltlassys an, gehören zwar 
sämmtlich in der Art der Färbung und Technik, theilweise auch in 
der Auffassung, noch den Ausgängen der Schule der van Eyck an, 
sie bilden aber zugleich in manchem Betracht schon den Uebergang 
zu den Meistern der folgenden Epoche. 
Viertes 
Kapitel. 
Die 
deutschen Schulen in ihrem Uebergange von der Kunstweise 
der vorigen Epoche zum Realismus, bis zum Jahr 1460. 
jlVährend_ in den Niederlanden durch die Brüder van Eyek die 
Malerei in" der realistischen Richtung zu einer so hohen Ausbildung 
gelangte, hielten die Deutschen in den wesentlichsten Stücken noch 
an der Kunstweise der vorigen Epoche fest", und liessen den Ein- 
ilnSS der neuen Richtung vomehmlich nur insofern zu, als Sie dazu 
diente, jene zu grösserer Vollkommenheit auszubilden. In den
        

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