Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1257548
124 
III. 
Buch. 
Kapitel. 
irrig dem Lukas Cranach beigemessen wird, im Kopfe der Maria 
ziemlich stark gelitten. 
Maria mit dem Kinde von Nevenhoven, dem Stifter, einem noch 
jungen Manne, verehrt. Mit 1487 bezeichnet. In dem obigen Hos- 
pital zu Brügge. Die Maria hat hier etwas Portraitartiges, das 
Bildniss ist von seltenster Lebendigkeit, die Formen sehr bestimmt, 
die Farbe minder leuchtend. 
Maria mit dem Kinde, in der Sammlung Sr. Königl. Hoheit 
des Prinzen Gemahl, in Kensingtgon unweit London, stimmt so 
durchaus mit dem vorigen Bilde überein, dass es in demselben Jahr 
gemalt sein muss. 
Ein kleines Bildchen bei dem Bildhauer und Medalleur Herrn 
Gatteau in Paris. Die in einer heiteren, gebirgigten Landschaft 
mit dem Kinde sitzende Maria steckt der, ganz mit der auf dem 
Bilde in Brügge übereinstimmenden, Katharina den Ring an. Neben 
ihr die heiligen Agnes. und Cäcilie, gegenüber Ursula, Margaretha 
und Lucia. In der Luft drei auf der Flöte spielende Engel. In 
Schönheit der Köpfchen, Zartheit des Gefühls, Feinheit der Aus- 
führung, Klarheit des goldjgen Tons, ein wahres Wunderwerk von 
der seltensten Erhaltung. 
Derselben Zeit gehört auch ein Bildchen in der Gallerie der 
Ufiizien in Florenz an, die Maria, das Kind und zwei musicirende 
Engel. Es ist sehr lieblich in den Köpfen und von grosser Gluth 
der Färbung. 
Den beiden vorigen Bildern eng verwandt, und wahrscheinlich 
um 1488 ausgeführt, ist der berühmte hölzerne Reliquienkasten der 
heiligen Ursula in der Form einer gothischen Kapelle, in dem ö.fter 
erwähnten Hospital des heiligen Johannes zu Brügge. An den 
langen Seiten beünden sich, in sechs Bildern, die Hauptvorgänge 
aus ihrer Legende, nach welcher sie, die Tochter eines Königs von 
England, mit ihrem frommen Bräutigam, dem Prinzen Conan, lmd 
einem Gefolge von 11,000 Jungfrauen, eine Pilgerfahrt nach Rom 
macht. Die einzelnen Bilder stellen vor: 1) Ihre Ankunft in Köln, 
wo sie von den heiligen Jungfrauen empfangen wird (Fig. 26). Im 
Hintergrunde erkennt man den Kölner Dom. 2) Die Landung in 
Basel. 3) Die Ankunft in Rom, wo sie unter dem Portal einer 
Kirche von dem Pabst Cyriacus empfangen wird. Im Inneren der 
Kirche Taufe, Beichte und Abendmahl. Eins der in der Composi- 
tion reichsten und glücklichsten Bilder, und voll der wahrsten und
        

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