Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1256170
Vorrede. 
welche in den Niederlanden, sowohl in dem langwierigen Kriege 
mit den Spaniern im 16., als in den Kriegen mit Frankreich im 
17. und 18. Jahrhundert, in Deutschland im dreissigjährigen Kriege, 
theils vernichtet, theils geraubt und nach dem Auslande verschleppt 
worden ist. Viele Bilder der früheren Epochen sind endlich auch 
durch die allgemeine Geringschätzung zerstört werden, welche im 
18. Jahrhundert gegen sie herrschte. Die Erkenntniss der Meister 
der Mehrzahl der, von allen diesen nachtheiligen Einiiüssen ver- 
schonten, Bilder aber wird noch durch den Umstand erschwert, 
dass sie in der Regel gar nicht, oder doch nur mit Monogrammen 
bezeichnet sind, deren Bedeutung in vielen Fällen verloren gegan- 
gen ist. Mit der schriftlichen Kunde über die Geschichte der 
Malerei in Deutschland und den Niederlanden ist es ebenfalls sehr 
schlecht bestellt. Die frühsten, spärlichen Nachrichten müssen wir 
aus einigen italienischen Büchern, 1 vornehmlich aber aus dem 
Werke des Vasari schöpfen. Während nun dieser seine Lebens- 
beschreibungen schon um 1550 herausgiebt und in seinen Nach- 
richten über Maler bis in das 13. Jahrhundert zurückgeht, erscheint 
das Werk des Oarel van Mander, als des ersten, welcher 
eine nähere Kunde von den niederländischen und deutschen Malern 
enthält, erst im Jahr 1604,? und geht nicht weiter, als bis zu 
Hubert van Eyck, also etwa bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts 
zurück. Wie unvollständig und unzuverlässig dieser aber auch in 
so vielen Stücken ist, so bleibt sein Werk doch die Hauptquelle 
für die Meister der betreffenden Schulen bis gegen Ende des 
16. Jahrhunderts, und nimmt eine ungleich höhere Stelle ein, als 
das des frühsten Schriftstellers, welcher in Deutschland über die 
 
l So tinden sich in dem 1455 und 1456 geschriebenen Buche des Facius "De 
viris illustribus" die ältesten Nachrichten über Jan van Eyck und Rogier van der 
Weyden dem älteren, in einem im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts verfassten 
Tagebuch eines Reisenden , welches Morelii zuerst herausgegeben (Notizie d'0pere 
di disegno. Bassano 1800) einige Notizen über Bilder von obigen und anderen 
Meistern der van Eyck'schen Schule.  2 Het Schilderboeck, etc. door Carel van 
Mander, Haarlem 1604 bei Paschier van Wesbusch. 1 Th. 4. Das Leben der 
niederländischen und deutschen Maler macht hievon jedoch nur einen Theil, 
nämlich von Blatt 196 bis 300, aus. Meine Citate beziehen sich indess auf die 
zweite, ebenfalls in 4., 1618 in Amsterdam erschienene Ausgabe.
        

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