Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen
Person:
Waagen, Gustav Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1257271
Epoche von 1426 bis 1530. 
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bildung seiner landschaftlichen Hintergründe auszeichnete, 1- bereits 
im Jahr 1400 gestorben sein soll, 2 so muss der Sohn sich früh 
nach einem anderen Unterricht umgethan haben. Die erste Schule in 
den Niederlanden war aber damals ohne Zweifel die des Hubert 
van Eyck. Da nun die Bilder keines anderen Künstlers der alt- 
niederländischen Schule, sowohl in den Charakteren der Köpfe, als 
in der Art der Färbung, eine so nahe Verwandtschaft zu den 
Theilen Xdes Genter Altars, welche sicherwon-Hubert van Eyck 
herrühren, zeigen, als die des Dieriek Stuerboutß so möchte es 
kaum einem Zweifel unterliegen, dass er seine eigentliche Ausbil- 
dung der Schule desselben verdankt, Dass er auch als Meister 
einige Zeit in seiner Vaterstadt Haarlem gelebt, geht daraus her- 
vor, dass van Mander noch das Haus daselbst bezeichnet, welches 
er bewohnt hatß Später hat er sich nach Löwemübersiedelt. 
Wann dieses geschehen, ist nicht mit Gewissheit zu bestimmen, da 
aber ein als Maler minder bedeutender Bruder von ihm, Namens 
Hubert, schon im Jahr 1438 in Löwen ansässig war, 5 wo er, zu- 
folge desselben Molanus, im Jahr 1454 eine Anstellung als Maler 
der Stadtß erhielt, ist es höchst wahrscheinlich, dass auch Dierick 
schon um diese Zeit dort wohnhaft gewesen. Zuverlässig aber ge- 
hörte er jener Stadt vom Jahr 1461 ab an. Denn in diesem Jahre 
wurde auch er zum Maler der Stadt Löwen, doch, wie der Aus- 
druck Portraiteur besagt, in einer höheren Stellung als sein Bruder, 
ernannt, und im Jahr 1462 führte er dort ein Bild aus. 7 In den 
1 Hiefür haben wir das Zeugniss des Johannes Molanus, eines im Jahr 1585 
gestorbenen, geachteten Schriftstellers in seiner, im Jahr 1855 in der Bibliothek 
der alten llerzoge von Burgund aufgefundenen, handschriftlichen Geschichte von 
Löwen, deren Druck bevorsteht. Die Landschaft, als ein besonderes Fach, ge- 
hört erst dem 16. Jahrhundert an. Dass aber in historischen Bildern in Holland 
schon sehr früh die Figuren klein gehalten und die ganze Räumlichkeit sehr 
ausgebildet worden, so dass die Bilder eher Landschaften, als historische 
Bilder zu nennen sind, geht aus altholländischen Miniaturen hervor. S. Kunst- 
werke und Künstler in Paris S. 340 if.  2 Derselbe Molanus an derselben Stelle. 
 3 Diese Aehnlichkeit ist so gross, dass ich verschiedene, jetzt urkundlich als 
Werke des Dierick Stuerbout beglaubigte Bilder früher dem, wie oben bemerkt, 
als Schüler des Hubert van Eyck bekannten Justus von Gent zugesprochen habe. 
S. das Kunstblatt von 1847 S. 178 f.  4 Dass cr daselbst viele Jahre zugebracht, 
wie Cztvnlcuselle S. 311 sagt, steht nicht im van Mander.  ü Siehe hierüber, so 
wie über alle, den Dirk Stuerbout betreffenden Umstände, die lehrreiche Bro- 
schüre des Edward van Even „Nederlandische Konstenaers, Amsterdam 1858." 
 ß Diese Anstellung bezog sich indess nach Edward van Evcn S. 17 im ange- 
führten Werk, nur auf die Ausführunv von Ornamenten. Einyanderer Bruder, 
Nernens Albert, war ebenfalls in Löwe; ansässig.  " Dieses geht aus einer la- 
telnlschella uns indess nur in einer holländischen Uchersetzung bei van Mandel- 
erhaltenen Inschrift auf einem, zu seiner Zeit in Haarlem befindlichen Bilde her- 
VQT, Welches, in lebensgrossen Figuren, in der Mitte Christus, auf den Flügeln 
Wessen. Handb. a. Malerei. r. 7
        

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