Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1250684
626 
Buch. 
Sechstes 
Abtheilung. 
Abfchnitt. 
Zweiter 
fich noch manche Hauptbilder des Meifiers, wie der vgrofse Wafferfalla der 
in Dresden, Dresdener Galerie, die im ganzen fünf Bilder feiner Hand befitzt, wie die ullOf- 
in Berlin. wegifche Gebirgslandfchaft mit der geftützten Fichter im Berliner lVIufeum, in 
inhkzlgjljj dem fich fechs Bilder feiner Hand befinden, und wie die iSägemühler-i in der 
wie", kaif. Galerie zu Wien. In der Kopenhagener Galerie ift er im ganzen mit fünf, 
irfgrjfllgzßjgg: im Amfterdamer Mufeum, der Ermitage zu St. Petersburg, der Pefter Galerie, 
blillrgiyeß, der Münchener Pinakothek mit je drei Bildern, mit einem oder zwei Bildern 
in rlünchen. aber auch in faft allen kleineren deutfchen Sammlungen vertreten, wogegen 
in Paris, die Louvre-Galerie zu Paris erft durch die Sammlung Lacaze in den Befitz 
eines Bildes feiner Hand gekommen ift und die englifchen Sammlungen den 
Meifter auffallend vernachläffigt haben. Doch fah der Verfaffer Bilder feiner 
in sLeizfon. Hand bei Sir Richard Wallace nnd beim Marquis of Bute zu London.  Zahl- 
Radirungem reicher noch als Allaert van Everdingens erhaltene Gemälde fmd übrigens 
feine keck und kräftig, eher grobkörnig als fein, aber wahr und fchlicht radirten 
Blätter. Er gehört zu den fruchtbarfien und gefchätzteften holländifchen Land- 
fchaftsradirern  
Dißffrääilfgßr- Indem wir zur Betrachtung der Künlilerfamilie Ruijsdael oder Ruisdael 
Ruisdael- übergehen, müffen wir uns zunächft den Zufammenhang derjenigen vier Mit- 
glieder diefer Familie vergegenwärtigen, welche neuerdings als Künfiler genannt 
werden. Nur zwei von ihnen freilich lind unzweifelhaft Künftler gewefen, und 
nur diefe beiden find jedenfalls fo bedeutende Künfiler geworden, dafs fie ernft- 
 lich für uns in Betracht kommen. Es handelt {ich um zwei Brüder und deren 
gäifläavejf beide Söhne. Die Brüder waren Saloman van Ruisdael und [fack 2mm Rzzzlvelnelij. 
äirlfä Beider Söhne hiefsen Yacoö van Ruisdael. Die allgemein anerkannten und 
{älsgläave-äf jedenfalls die allein bedeutenden Künfiler waren Salonzon und fein Neffe, Ifacks 
Jläiäfsläaveän Sohn, Yacabzan Ifzzzlrrlael.  Von Ifack und feinem Neffen, Salomoifs Sohn, 
Ugäissiähäier Jacob van Ruisdael ift literarlfch und urkundlich nur beglaubigt, dafs fie Laden- 
berühmte. befitzer (Kunfthandler) gewefen. Wenn einige Kenner gleichwohl neuerdings 
gzägabfkääd annehmen, dafs auch fie zugleich Landfchaftsmaler in der Richtung des grofsen 
 fvfifgr Jacob van Ruisdael, des Sohnes Ifack's, gewefen feien, fo beruht dies lediglich 
gewefe" darauf, dafs es eine Reihe Bilder mit der auch auf fie deutbaren, übrigens 
etwas abweichend geftalteten Namensinfchrift oder Initialenbezeichnung giebt, 
welche zu fchwach für den berühmten I. van Ruisdael erfcheinen. Wir können 
die Frage angefichts der geringeren Bedeutung diefer Bilder unter den Textii) 
1) ßarlfclz a. a. O. II, p. 155-238.  llVeigel, Suppl. a. a. U. p. 78-81.  Im Ganzen 
an 160 Blatt.  Drugulin: A. van Everdingen etc., Leipzig 1873. 
2) In den Urkunden werden fie nicht van Ruisdael, fondern [Cuisdael oder [fuysdael fchlechthin 
genannt. In ihren Bezeichnungen aber ifi das wann oder V mehr oder minder deutlich erhalten. 
3) I. Ifack van Ruisdael; geb. zu Naarden; 1640 und 1642 als Mitglied der Gilde zu 
Haarlem genannt; 1677 dafelbfl: geftorben. Der erfie, welcher ihm eine Anzahl von Bildern zufchrieb, 
war PV. Bürger in der Gaz. des  1869 I, p. 179 f. Ihm folgte, wie er, auf van der Willigeifs 
Angaben geflützt, W. Bade in v. Lützow's Zeitfchrift VII, 1872 S. 170-171.  Van der Willigen 
felbfl aber widerfprach der Annahme, dafs Ifack Künfller gewefen fei, in der zweiten (franzöfifchen) 
Ausgabe feines Werkes (a. a. O. p. 255); und diefer Aniicht fchlofs {ich z. B. A. 21. Wurzhzrlz (Kunfl 
und Küniller XXXII_XXXV, S. 19 und S. 100) an. Sie fcheint auch die Anficht der jüngeren 
holländifchen Forfcher zu fein.  Die Werke, um welche es fich handelt, lind meifl trockener, flüch- 
tiger, dürftiger behandelt, als die Bilder des grofsen Jacob van Ruisdael. Sie finden IlCh befonders 
häufig in den franzöflfchen Provinzialmufeen, wie denjenigen zu Bordeaux, Orleans, Lyon, Rouen; aber
        

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