Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1250594
Die holländifche Malerei 
Jahrhunderts. 
Die 
Haarlemer 
Schule. 
617 
39m oder Hans Bollmzgzkr oder Boulengiar mufs um 1600 geboren fein; Bofäjfgie, 
1627 wurde er Mitglied der Haarlemer Gilde; 1642 lebte er noch in Haarlem. (Boulengwü- 
Er wird als Maler von Sittenbildern, befonders von Spukgefchichten, und von Silrenbildßr- 
Blumenßücken genannt. Bilder der erfieren Art find das an die Hals-Schule 
erinnernde Carnevalsbild von 1628 im Rotterdamer und die xTeufelsbefchwö- 
runga von 1630 im Aachener Mufeum; ein Bild der letzteren Art ifi das Blumen-  
Pcück des Amfierdamer Mufeums 1). 
Ein fruchtbarerer und bekannterer Meifler ift T lzomas Wjxck Um 1616 zu 
Beverwyck geboren, Pcarb er 1677 zu Haarlem. Er befuchte Italien und fchlofs Qfeiifgegh 
flch hier in italienifchen Strafsenbildern an van Laer an, kehrte dann aber heim feigüefägß" 
und malte nordifche Binnenraum-Sittenbilder, welche offenbar durch ähnliche a  
Werke Oftadds, Molenaefs u. a. beeinflufst waren, in manchen Beziehungen 
aber, wie in der befonders wahren Wiedergabe des kräftigen Helldunkels eines 
durch ein Fenfter erleuchteten Zimmers, in der befonderen Art malerifcher 
Zufammenfiellung vielen Hausraths und in ihrer fatten, aber kühlen Farbigkeit 
doch ihren eigenen Charakter zeigen. Datirte Bilder feiner Hand find aufser- 
ordentlich felten. Im allgemeinen darf man aber wohl annehmen, dafs feine italijliieshcn 
italienifchen Landfchaftsbilder, von denen vAltes Gemäuer mit Volksgruppem Lajgllfggjfisr 
in der Galerie Liechtenfcein zu Wien die Jahreszahl 1647 trägt, die früheren, 
feine nordifchen Binnenraum-Sittenbilder die fpäteren flnd. Sehr vielfeitig er-r 
fcheint er innerhalb der grofsen Zweitheilung feiner Werke übrigens nicht. 
Seine italienifchen Landfchaften ftellen in der Regel Hafen- und Strandbilder 
in klarer, brauner, etwas conventioneller Färbung und nicht minder conventio- 
neller, wenngleich malerifcher Auffaffung dar; feine Sittenbilder der anderen norstäiilgien 
Art aber zeigen mit wenigen Ausnahmen einen Gelehrten, in der Regel einen Sitßenbildßt- 
Alchymilten in feinem Arbeitszimmer. 
Je drei feiner italienifchen Landfchaftsbilder befitzen die Galerie Liechten- eägjijßiit 
Pcein zu Wien, die Augsburger Galerie und die Hamburger Kunfthalle: je zwei Xugglijig-f; 
die kaif. Galerie zu Wien, die Galerie zu Mainz, das Schlofs zu Pommersfelden 13111211131? 
und der Palazzo Manli zu Lucca; je eins z. B. das Haarlemer Mufeum, das 
Berliner Mufeum, die Dresdener Galerie, das Braunfchweiger Mufeum und die 
öffentlichen Sammlungen zu Oxford, Stockholm, Kopenhagen, Peft Ein be- 
fonders fachliches Intereffe hat der vVefuv-Ausbruche im Afchaffenburger Schloffe. 
Von Wyck's Gelehrten- und" Alchymifienbildern dagegen fleht man je drei lelfiltijändiit 
in der Caffeler Galerie und in der Ermitage zu St. Petersburg, zwei in der iS"t_CI3gZ1;S_ 
Dresdener Galerie, je eins in der Münchener Pinakothek, in der Karlsruher Drgsää 
Kunlthalle, im Braunfchweiger, Schweriner, Haager, Amüerdamer Mufeum und u- f- w- 
in der Brera zu Mailand. Beifpiele feiner felteneren häuslichen Familienfcenen 
in fchlichten Binnenräumen aber befltzen _das Amfterdamer und das Rotter- 
damer Mufeum, die Kopenhagener Galerie und das Städeffche Inliitut zu 
Frankfurt a. M.  Seine Radirungen {ind felten und gefucht2). 
I) Ein Fruchtftück feiner Hand von 1643, wie Director A. Jordan uns gütigft mittheilt, auf Schlofs 
Anhoit.  Die Bilder, die ihm von einigen Seiten in der Dresdener Galerie zugefchrieben werden, 
fowohl die Hexenküche, wie das Blumenftück I 377 (1226) und 1378 (1376), fmd wahrfcheinlich von 
anderer Hand, 
2) Bartfrlz, a. a. O. IV, p. 137-156.  Weig-e! SuppL, p. 170-176.  25 Blatt.
        

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