Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1250578
Die 
Malerei 
holliindifche 
jallrhunderts. 
Die 
Schule. 
Haarlemer 
615 
mal aber, wie in dem vSt. NicolasfePw derfelben Sammlung, kommt mit einem 
gröfseren Anlauf zu geifiig belebter Auffaffung doch ein Mangel an Gefühlifur 
Farbenzufammenftimmung bei ihm zum Vorfchein. Auch wird die Freiheit feiner 
Pinfelführung nicht felten zur Nachläfiigkeit, die Farbigkeit nicht felten zu Hauer in 
Bu-ntheit. Eins feiner durch Jan Steen beeintiilfsten Werke befitzt das ROVCCY- Rouerd-ilwi- 
damer Mufeum in feinem für ihn befonders fein durchgeführten Bilde der rein- 
gebildeten Krankem von 1696; zu feinen farbigften, wärmiien Werken gehört 
die vWirthsPrube mit der Euler in derfelben Sammlung. In Belgien ifl der i" Bflgiw- 
MeiPter im Antwerpener wie im Brüffeler Mufeum, in Frankreich in den Mufeen manfleich, 
von Lille und Bordeaux, in Deutfchland in den öffentlichen Sammlungen von i" Ifjxäfch" 
München, Braunfchweig, Caffel, Schleifsheim, Berlin, Gotha mit beglaubigten 
und charakteriüifchen Werken vertreten. Auch in einigen englifchen Samm- in England. 
lungen, z. B. derjenigen zu Windfor Caftle, kann man ihn kennen lernen. Am 
häufigften aber ifi er in den öfterreichifch-ungarifchen Sammlungen zu finden. oeneiraeich_ 
In Wien befitzt nicht nur die kaif. Galerie in ihren vtanzenden Bauerm und U"ga"" 
ihrem wBohnenfefier zwei durch ihren blaffen Fleifchton bei dunkler Gefammt- 
haltung und lockerer Mache für ihn charakterifiifche Bilder von 1690, fondern 
ifi er auch in der Galerie Liechtenftein und in der Galerie Schönborn mit 
beglaubigten Bildern vertreten. Die Pefier Galerie aber befitzt nicht Weniger 
als drei bezeichnete Bilder feiner Hand.  
Der vierte und jüngfte Schüler Ofiades ift Comelzk Dufart, ein 1660 zu 3,11133? 
Haarlem geborener, 1704 dafelbft gefiorbener Künftler. Seine Bauerntypen 
find denen Oftades felbft am ähnlichften. Seine Bewegungsmotive hingegen KuäÄT:n-e_ 
find unruhiger und ausgelaffener. Oefter als fein Meifier Pcellt er lebendig be- 
wegte Scenen aus dem Bauernleben dar. Mit gröfserer Vorliebe als Binnen- 
räume wählt er im Freien fpielende Vorgänge. Die Poefie des Aeufseren eines  
weinumrankten Bauernhaufes mit einem Laubenvorbau, mit Bäumen und Büfchen, 
hat er wahr und unmittelbar erfafst; und gerade das Helldunkel eines Laub- 
oder Laubenfchattens weifs er mit einer oftin Molltönen fchwelgenden Har- 
monie und Feinheit wiederzugeben, zu denen die Derbheit der Bauern, welche 
er darftellt, in merkwürdigem Gegenfatz fteht. Am betten lernt man ihn im Seine Bilder 
Amfterdamer Reichsmufeum kennen, welches fünf Bilder feiner Hand befitzt.  
Auch in der Dresdener Galerie, deren Bildchen ßMutter und Kindr von 1679 in Dresden. 
eins feiner frühefien Werke ifl, während ihre rkegelnden Bauerm von 1688 ein 
tüchtiges Werk feiner mittleren Zeit flnd und ihre wBauernfchlägereir von 1697 
die fpätere Richtung des Künftlers zeigt, ift er vortrefflich vertreten. Mehrere 
Bilder feiner Hand befitzt auch die Ermitage zu St. Petersburg. In vielen i" Säiäers" 
anderen Sammlungen, wie in der kaiferl. Galerie, der Galerie Liechtenftein und Sianmfläiliägßj-EIIIL 
in der Akademie zu Wien, wie in den öffentlichen Sammlungen im Haag, zu  
Antwerpen, Brüffel, Braunfchweig, Frankfurt a. M. und Gotha, ift er wenigftens 
mit je einem Bilde vertreten. Seine mit dem Stichel und der kalten Nadel Raäsiffj1;en_ 
vollendeten Radirungen, fowie feine noch zahlreicheren Schwarzkunfiblätter 
zeichnen {ich durch Geift und Leben aus l). 
Aus verfchiedenen Werkftätten hervorgewaclifen find einige andere Haar- 
lemer Sittenmaler, wie Jan Boulengier, Thomas Wyck und Egbert Heemskerk. 
Peintre 
Barlfffll, 
Graveur V, 
Weigßl, 
Supplämenh
        

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