Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255384
1096 
Siebentes 
Buch. 
Abfchnitt. 
Sechster 
im Tower (Fig. 698) darfiellte, erregte er Auffehen. Durch die Stiche wurde 
gerade er auch auf dem Feftlande bekannter, als man es nach feiner etwas 
gefpreizten Zeichenweife und öden Farbengebung annehmen follte; in Eng- 
land find feine Bilder nicht befonders beliebt geblieben. Sie fehlen dort in faft 
allen bekannten Galerien, wenn fich jene vErmordung der Prinzem auch in 
Petworth erhalten hat und Dulwich College einige Bildniffe feiner Hand befitzt. 
Am beften würde man ihn wohl in der Guildhall zu London aus feinem grofsen 
Bilde kennen lernen, welches die Tödtung Wat Tyler's durch den Lord Mayor 
von London darftellt, wenn diefes Bild hier nicht fehr hoch" und unglücklich 
hinge. Bekannt fmd feine 1828 in Holzfchnitten mit Text erfchienenen 
Thierfabeln. Auch war er als Kunfifchriftfteller thätig. Seine vLebensbeschrei- 
bung Sir Jofuah Reynoldsk erfchien 1813-1815, fein xLeben Tiziansa 1830. 
Immerhin gehört Nothcote, der am 13.Juli I8 31 fiarb, zu den frühePcen Meiftern, 
welche den Engländern das Bewufstfein gaben, eine eigentliche Gefchichtsmalerei 
zu befitzen. 
Auf ihn folgen drei Meifier, welche durch ihre Vorliebe für bald ernfte, 
bald humoriftifche, bald mehr nhiftorifchea, bald rein flttenbildliche Darftellungen 
aus dem Stoffgebiete der englifchen und auswärtigen Dichter zu einer gemein- 
famen Gruppe verbunden werden. Alle drei haben zahlreiche Zeichnungen als 
Buchilluftrationen, aber auch Oelgemälde in genügender Anzahl gefchaffen, 
um als eigentliche Maler gelten zu können. Diefe drei Meifler find Smirke, 
Stothard und Singleton. 
 Der ältefle von ihnen, Raben! Smirfce, R. A., wurde 1752 in Wigton bei 
Carlisle geboren, wurde nach autodidaktifchen Jugendbeflrebungen 1772 noch 
Schüler der Londoner Akademie, deren ordentliches Mitglied er erft 1793 wurde, 
und ftarb zu London im höchflen Alter 1845. Seine Zeichnung ifl gefällig, 
feine Färbung liebenswürdig. Fall alle feine Arbeiten bewahren den Illuftra- 
tionscharakter. Für Boydelfs Shakefpeare-Gallery (oben S. 1057) malte er z. B. 
Bilder aus vHeinrich IVA, (Fig. 699) aus ßder Widerfpänfiigen Zähmunge und 
aus ßRomeo und Juliee. Als Receptionsbild für die Akademie malte er vDon 
Quixote and Sancho Panfar. Die National Gallery in London befitzt von feiner 
Hand 12 braun und weifs gehaltene kleine Bilder aus sDOn Quixotee , drei 
gröfsere Bilder aus demfelben fpanifchen Romane und eine Scene aus Bicker- 
ftaff s Schaufpiel vder Scheinheiligex. Im South Kenfington Mufeum fleht man 
ein Bild Smirkels, xSidrophel und die WittweK, welches einen Vorgang aus 
w) Hudibras r illuftrirt. 
 T lmmas Stotkzzrzi l), R. A., wurde am 17. Aug. 1755 zu London geboren 
und ftarb dafelbfi am 27. April 1834. Er war Schüler der Royal Academy, 
deren Mitglied er 1794, deren Bibliothekar er 1812 wurde. Stothard foll über 
5000 Zeichnungen hinterlaffen haben, von denen über 3000 als Buchillullrationen 
vervielfältigt wurden. Nicht frei von conventioneller Auffaffung, die fxch oft 
genug dem gräcifirenden Zeitgefchmack anfchliefst, zeichnen fle fich doch durch 
fo viel wirkliches Schönheitsgefühl, fo viel Heiterkeit und Leichtigkeit aus, dafs 
Stotharcl feiner Zeit für den erften Illuftrator Englands galt. Seine Oelgemälde 
Eliza 
Anna 
Stothard, 
Thomas 
London 
1851.
        

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