Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255333
englifche 
Die 
Malerei 
Jahrhunderts. 
Die jüngeren 
Maler. 
1091 
of Artsa ernannt; 1774 trat er felbft die Reife über den Ozean an, verweilte 
fofort ein Jahr in Rom und liefs {ich 1775 in London nieder, wo er rafch ein 
gefchätzter Bildnifsmaler wurde, noch mehr Auffehen aber durch feine Gefchichts- 
bilder erregte und nach einem thätigen Leben am 9. Sept. 1815 fiarb. Copley 
war durch die italienifche Kunft unberührt geblieben. Er verlieh auch feinen 
in der Regel der Zeitgefchichte entlehnten Gefchichtsbildern durch forgfaltige 
Beobachtung der Porträtähnlichkeit jeder einzelnen dargeftellten Perfönlichkeit 
den Charakter realiftifch in Handlung verfetzter Bildnifsgruppen und wirkte 
gerade dadurch günftig auf die Entwickelung der englifchen Schule ein. Die 
Anordnung feiner Bilder ift gefchickt, ihre Malweife ift kräftig und gefund, ihre 
Färbung, foweit {ie nicht durch fpäteren Firnifs vergilbt ift, klar und frifch. 
Sein bedeutendfies erhaltenes Bildnifswerk ift dasjenige der kleinen Prinzeffinnen 
Mary, Sophia und Amalia, die mit Hunden und Papageien im Garten gruppirt 
lind. Früher befand es {ich in Windfor Caflle, jetzt hängt es im Buckingham 
Palace. Als Gefchichtsmaler ift er durch einige Hauptwerke in der National 
Gallery zu London vertreten: durch fein berühmtes Bild, welches den Tod 
(richtiger die Ohnmacht, Welche feinen Tod zur Folge hatte) Lord Chathams  
(William Pitt's) im Haufe der Lords (1778) darftellt und durch fein nicht minder 
gepriefenes Bild des Todes des Major Pierfon (1781) im {iegreichen Kampfe 
gegen die Franzofen auf Jerfey. Auch befitzt die National Gallery die Skizze 
zu feinem viel bewunderten grofsen Bilde in der Guildhall zu London, welches 
die Befreiung Gibraltars durch Lord Heathtield veranfchaulicht, {ich leider aber 
in einem Zuiland arger Befchmutzung befand, als der Verfaffer es fah. 
Etwas jünger an Jahren als Copley, aber länger in Europa und früher eine 
europäifche Berühmtheit als diefer, war Benjamin W42 1), P.R. A. Am 10. October 38,222?" 
1738 in Pennfylvanien in Nordamerika geboren, hatte er {ich fchon einiges Sei" Lebe"- 
Anfehen als Bildnifsmaler in New York erworben, als er {ich 1760 direct nach 
Italien einfchiffte, in Livorno landete und fich drei Jahre in Rom, Florenz, Ve- 
nedig und anderen italienifchen Kunfifiädten aufhielt; 1763 liefs er fich als 
fertiger Meifter in London nieder. Hier wurde er 1765 Director der aIncor- 
porated Societyr, ging aber gleich 1768 mit zur Royal Academy über, deren 
Präfident er 1792 nach Reynolds Tode wurde. König Georg 111., der ihn 
1772 zu feinem Hofmaler, 1790 zum Oberauffeher feiner Gemaldefammlungen 
ernannte, befchäftigte ihn in der umfaffendften Weife und zahlte ihm unerhörte 
Preife für feine Bilder. Ueberhaupt gehörte er, folange er lebte, zu den höchft Seiuäuhm 
gefchätzten und bezahlten Meifiern feiner Zeit. Bald nachdem er am 11. März Nachmhm- 
1820 das Zeitliche gefegnet, trat aber ein gewaltiger Umfchwung in feiner 
Werthfchätzung ein. Für die iVerkündigunga, welche eine Zeit lang Marylebone 
Church fchmückte, hatte der Meifter 16000 Mark bekommen, was für ihn, der 
61 ooo Mark für einzelne Bilder erzielt hatte, fchon fehr wenig war; 1840 wurde 
es für 200 Mark(l) verkauft.  In der That erklärt {ich die gewaltige Schätzung, 
die er in England erfuhr, nur daraus, dafs xHiflorienbildere grofsen Stils und 
correcter Zeichnung vor feiner Zeit von Engländern überhaupt noch kaum 
gabe 
x) Yalm 
1826. 
Galt  
The 
Life, 
works 
studies 
Benjamin 
NVePc. 
London 
x82o. 
Neue
        

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