Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255324
1090 
Siebentes Buch. 
Sechster Abschnitt. 
Sutherland mit ihrem Kinde1) und der Lady Grosvenor, fowie dasjenige des 
Lord Clanwilliam in fonniger Landfchaft im Stafford Houfe, das durch feine 
feinen Hände ausgezeichnete Bildnifs des Lord Lansdowne im Lansdowne Houfe 
zu London; der roth gekleidete junge Mafler Lambton, welcher als vred boyx 
(Fig. 695) dem lblue boya Gainsboroughs den er an malerifchem Reiz lange 
nicht erreicht, an die Seite gefetzt wird, beim Lord Durham und vLady 
Blefflngtom bei Sir Richard Wallace.  Es ift ein Glück für Sir Thomas 
Lawrence gewefen, dafs fein Moderuhm wenigftens fein Leben über andauerte. 
Noch fchneller als der Ruhm Lawrence's verblafste derjenige feines Alters- 
vglljifl? genoffen und Mitfchülers an der Londoner Akademie, William Owenß", R. A. 
- ( 1769-1825), der in feiner kräftigen, kecken Vortragsweife zu Anfang des 
I9. Jahrhunderts in London zu den gefuchteften Malern männlicher Bildniffe 
gehörte, aber auch einige ihrer Zeit gefchätzte Sittenbilder gemalt hat. Im 
Dulwich College fleht man ein gutes männliches Bildnifs feiner Hand. 
süsäifd" Dem Alter nach folgt dann fchon Sir Martin A. Sliee, P. R. A. (1770-1850), 
den wir hauptfächlich deshalb nicht mit Stillfchweigen übergehen dürfen, weil 
er 1830, nach Lawrence's Tode, zum Präfidenten der Royal Academy gewählt 
wurde. In der National Gallery zu London fleht man zwei Bildniffe und einen 
jungen Bacchus feiner Hand. Seine röthlichen Fleifchtöne flnd nicht angenehm. 
Uebrigens war er als Dichter und Kunflfchriftfteller kaum minder angefehen, 
denn als Maler. 
Der letzte Bildnifsmaler, den wir in diefem Zufammenhange nennen können, 
Jßgngozn Yackfon, R. A., gehört, da er erft 1778 geboren ift, mit feiner ganzen 
Kunft erft dem, I9. Jahrhundert an. Er flarb I83I. Immerhin war er ein 
gröfserer und gefchmackvollerer Realifl, als man fle zu Anfang unferes Jahr- 
hunderts aufserhalb Englands zu finden pflegte. Drei ausgezeichnete Bildniffe 
feiner Hand fleht man in der National Gallery, ihrer zwei im South Kenflngton 
Mufeum zu London. Für feine beften Werke gelten fein Bildnifs des Bild- 
hauers John Flaxman, welches flch zu Waagens Zeit 1) noch bei der Lady 
Dover befand, und dasjenige der Lady Dover felbft. 
Hiäiäerp An der Spitze der neueren englifchen Gefchichts- und Gefchichten- 
Malerei malerei ftehen drei Künftler, welche alle drei von Welten übers Meer nach 
England kamen, einer aus Irland, zwei aus Amerika, welche alle drei weder 
akademifche Bildung noch überhaupt den Unterricht bedeutender Meifler ge- 
noffen, flch aber alle drei in Italien weiterbildeten und dann in London Mit- 
glieder der Royal Academy wurden, deren Präfldent einer von ihnen fogar 
war. Diefe drei Meifter flnd John Singleton Copley, Benjamin WePr und James 
Barry. 
Sigälzilon Der ältefte von ihnen, Yokn Sääigleton Capley, R. A., wurde am 3.]uli I 737 
Coplelr- zu Bofton in Nordamerika geboren und hatte flch hier auf eigene Hand zum 
Bildnifs- und Sittenmaler entwickelt, befchickte auch feit I 760 fchon die Lon- 
doner Ausflellungen und wurde 1767 auf Vorfchlag feines ihm nach Europa 
vorausgeeilten Landsmannes Benj. Welt zum Mitglied der Londoner vSociety 
Gower, 
I) Als "Lady Gowera bei Lord K. G0: 
2) Treasures etc. II, p. 335. 
3) Vgl. K.  S. Redgrrwe: A cenlury 
Schätze 
of painters
        

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