Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255065
1064 
Siebentes 
Buch. 
Sechster 
Abfchnitt. 
32:52:21 dem grofsen Hunde (Fig. 682) in der National Gallery, fein grofsartiges Bildnifs 
Gälerl" des Captain Coram in ganzer Geftalt im F oundling-Hofpital, und fein Bildnifs 
 des zum Tode verurtheilten Sojährigen Verräthers Lord Lovat im South Ken- 
Kenäzlgton fington Mufeum zu London. Die. Edinburger Galerie befitzt feine beiden Bild- 
Mlijgiängnzu niffe eines Ehepaares Dawfon, die Londoner National Gallery noch ein Bildnifs 
iriinl-lgiräixlliäitrgg. feiner Schwefier Mary. Sein berühmtes, aber weniger natürliches Bildnifs 
Sammlungen. feines Freundes, des grofsen Schaufpielers Garrick in der Rolle Richards IIL, 
befand oder befindet fich im_ Duncombe Park (Lord Feversham); andere gute 
Bildniffe feiner Hand fleht man z. B. im Grosvenor Houfe zu London (den 
wKnaben mit dem Drachenß), zu Bowood beim Marquis of Lansdowne und 
in der Sammlung Vanderbilt in Newyork (früher zu Leigh-Court bei Briftol); 
von den Bildern der letzteren Sammlung iPc befonders das Iittenbildlich auf- 
gefafste hübfche Garnelenmädchen (The shrimp girl) mit ihrem Korbe auf dem 
Kopfe hervorzuheben. 
 Indem wir uns Hogarth's eigenartigften Leiflungen, feinen fatirifchen Sitten- 
Sl"e"bild"' bildern, zuwenden, erinnern wir nochmals daran, dafs er die meiften von ihnen 
gleichzeitig in Oel gemalt und felbft geftochen hat. Soweit wir die Gemälde 
noch nachweifen können, brauchen wir der Stiche daher nicht befonders zu 
gedenken. Seinen Ruhm auf diefem Gebiete begründete die 1723 vollendete 
Tßioffjlifö Folge vder Lebensweg einer Dirnea (The Harlofs progress), welche uns die 
Schickfale einer Buhlerin von ihrer Ankunft als unfchuldiges Landmädchen in 
London bis zu ihrem frühzeitigen Tode in fechs peinlich ergreifenden Dar- 
Prellungen mit rafcher dramatifcher Entwickelung vor Augen führt. Zwei der 
Oelbilder fah Waagen  bei Mr. Munro in London. Die übrigen, fagt er, feien 
verbrannt, als {ie noch Mr. Beckford gehörten. Dann folgte das iPunfchgelageq 
(Fig.683), welches flch, in Oel ausgeführt, neben den ßKennerm und dem 
wMufiklehrera in Petworth befindet.  Im Jahre 1735 erfchienen die acht 
Tlfoäiliifs Blätter des wLebens eines Wüfilingsr (the Rake's progress), deffen in Oel aus- 
Diäoßfgigal" geführte Originalfolge {ich im john Soane Mufeum zu London befindet 2). 
 Indem wir uns diefe Folge etwas näher anfehen, werden wir eine Vorfiellung 
1) von Hogarth's Art, derartige Gefchichten zu behandeln, gewinnen: I) Der 
Vater des Wüftlings, ein alter Geizhals, ift geftorben. An den Wänden werden 
fchwarze Vorhänge befeftigt, der junge Mann läfst fich Trauerkleider anmeffen. 
Seine Univerfitätsgeliebte Sara Young erinnert ihn an die Briefe (ihre Mutter 
hält fie in der Schürze), in denen er ihr die Ehe verfprochen. Er Findet fie 
mit Geld ab, das er ihr reicht. Hinter feinem Rücken beftiehlt ihn bereits der 
2) Notar. 2) Der plötzlich reiche junge Mann (ieht lieh, kaum aufgeftanden, noch 
halb im Nachtanzuge, von Fecht-, Tanz-, Mufikmeiftern und Zuträgern jeder 
Art, die ihn in die Geheimniffe des High-life einweihen, umringt. An der 
3) Wand hängt ein üppiges Gemäldef welches das Parisurtheil darftellt. 3) Der 
junge Mann iPc ein Wüftling geworden. Sein Studirzimmer ilt in ein Bordell 
1) Treasures of Art a. a. O. II, 1354, p. 140. 
2) In  Beavingtozz Atkinfonß" Arbeit über Hogarth in Dolzme): nKunil und Künftlem Lief. 103, 
S. 12-14 wird irriger Weife das ßLeben der Buhlerinu in's John Soane Mufeum verfetzt. Es iii 
dies jedoch wahrfcheinlich nur ein Fehler des deutfchen Ueberfetzers, der die Ausdrücke vrakew und 
vharlotw verwechfelte.
        

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