Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1255015
englifche Malerei 
Jahrhunderts. 
vier Begründer und 
Die 
Vorläufer. 
ihre 
1059 
der bereits oben (S. 902) befprochene flotte Italiener A-zztolzzb Verrio (1634-1707) 8:r{äflie"e' 
mit. Auf ihn folgten italienifche Meifter wie Antomb Pe'[legrz'nz' (oben S. 919) und Pellegrini. 
Scbrzßzkzno K220i (oben S. 2 30). In feinen Spuren aber wandelten Engländer wie 11m1, 
9921112 Lllglläffä (geft. 1748) und Fraxzcis Hejlillllll (1708-1776), deffen Gemälde Engiäifde, 
in Vauxhall-Gardens berühmt wurden. Der erfte Engländer, welcher auf diefem unlffääfriizn. 
Gebiete, wenn er heute auch unterfchätzt zu werden pflegt, Wirklichen Nach- 
ruhm erntete und denfelben innerhalb feiner flotten, farbigen, einerfeits durch 
Rubens, andererfeits durch Le Brun beeinflufsten Auffaffung und Malweife auch 
verdiente, war Sir 76177185 1720172112711), der 1676 zu lVlelcombe Regis bei Wey-  
mouth geborene, 1734 nach einem thätigen, an Ehren und Aufträgen reichen Sein Leben. 
Leben auf feinem Gute bei Weymouth gellorbene Meifter, deffen Hauptwerke Gsjxiääe 
die acht Gemälde aus dem Leben des Apoftels Paulus in der Kuppel der 
Paulskirche zu London und die gewaltige, den englifchen König Wilhelm von Pauifgljfähe, 
Holland und feine Gemahlin Mary verherrlichende Freskenfolge in der grofsen Greerlvidh 
Halle des Hofpitals zu Greenwich (1708-1727) find. Doch malte er auch die engäfghen 
wI-Iallem mancher englifchen Landfitze, wie Blenheim's, Moor Parks Eafton Landflmn- 
Neftods, einige Zimmer zu Hampton Court und Altarbilder für All S0uls- und zu gcfmäw" 
für Queens-College in Oxford. Seine Zeitgenoffen ehrten ihn auf's höchfte. zu Oxford. 
Das Volk wählte ihn in's Parlament, König Georg I. erhob ihn in den Ritter- 
fland. Es war der erlte englifche Künftler, dem diefe Ehre inEngland zu 
Theil wurde. Gleichwohl ftellen die englifchen Kritiker Y) auch ihn mit Recht 
nur in den Vorhof der national-englifchen Kunft. Er war eben doch nur der 
glänzendfte englifche Meifter einer äufserlichen, decorativen Richtung, die im 
Begriff war, fich zu überleben. 
Eine Stellung für fich nimmt diefen Meiftern gegenüber der Architekt, lVlaler 
und Landfchaftsgärtner William: Kent (1685-1748) ein. In Italien gebildet,  
fand er als Baumeifter ftrengen Stils vielen Beifall in London. Als Maler ver-  
trat er einen verfrühten fchwachen Hellenismus. Sein Hauptwerk, ein Altarbild 
für die St. Clemens-Kirche in London, wurde durch H0garth's Caricatur auf 
dasfelbe fo berüchtigt, dafs der Bifchof es 1725 von feinem Platze entfernen 
liefs. Grofs ift Kent nur als Landfchaftsgärtner. Als folcher bezeichnet gerade Landfäaftg 
er die Umkehr zur Natur und zur Freiheit. Er gilt als der Erfinder des eng- gärm"  
lifchen Parkftils. 
Was endlich die Vorläufer der englifchen Grofsmeifter auf dem Gebiete Li"dgflgffgfs_ 
der Landfchaftsmalerei betrifft, in der die Engländer fo Grofses leiften lgzlrgegäf 
follten, fo müffen wir auch hier zunächft an zwei fchon erwähnte Ita- Dägnlgääfize" 
liener, an Anfouzb Cmuzle (oben S. 929) und Fr. Zucclzerelli (oben S. 918) 
erinnern, welche in England eine aufserordentlich rege Thätigkeit entfalteten.  
Ein hauptfächlich als Theaterdecorationsmaler beschäftigter gewandter Manierift, Engläjder 
deffen Staffeleibilder deutliche Anklänge an G. Pouffln verrathen, war Gwrgr 
Lambrrt (1710-1765), von deffen Hand der Verfaffer 1879 im South Kenflngton G. Lambert. 
Mufeum eine recht klare, am meiflen an Orizzonte erinnernde Landfchaft mit 
biblifcher Staffage fah. Selbftändiger waren die Nachahmer des grofsen 
doux 
Franzofen 
67  
I) Die liebevollfte Würdigung diefes halb franzöfirenden Meißers bei 
a. a. O. p. 5-20. 
2) K. 45' S. [Cezlgrave a. a. O. p. 4.1 thun ihn mit vier Zeilen ab. 
L. P61
        

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