Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1254934
Malerei 
deutfche 
Jahrhunderts. 
Meifter. 
Die hervorragenderen 
1051 
einem Kriegerbruftbild und einer römifchen Landfchaft von 178 3 feinen einftmals 
berühmten, fchon erwähnten vConradinr befitzt. Im Weimarer Mufeum be-in Weimar. 
findet fich ein gutes Bildnifs feiner Hand von 1785. Die Hamburger Kunfthalle in Hamburg, 
befitzt fein etwas fteif angeordnetes und hart gemaltes Riefenbild von 1816, 
welches den Einzug General Benningfeifs in Hamburg am 31. Mai 1814 dar- 
ftellt und ein merkwürdiges Beifpiel feiner Rückkehr zu realiflifchem Wollen 
in feinen alten Tagen ift.  Die meiften feiner Bilder befinden {ich in Olden- 0,deir'fburg_ 
burg; manche vermuthlich im grofsherzoglichen Schloffe dafelbft, ihrer 47 aber 
im Mufeum. Von den letzteren. bilden 43 kleine Tafeln eine lofe zufammen- 
hängende Folge von vldyllem I), an denen Tifchbein faPr fein ganzes Leben 
gearbeitet hat, da die früheften von ihnen um 1779, die fpäteften um 1820 
entfianden find: poetifche Naturphantafien mit bald alleg0rifch-antikiürenden, 
fchön fchwebenden GePralten, bald realiftifchen Motiven, unter denen {ich 
fogar Copien nach j. H. Roos befinden. Seine übrigen Bilder im Oldenburger 
Mufeum find eine zwifchen 1783 und 1787 in Rom entftandene grofse Land- 
fchaft, ein prächtiger Studienkopf, die vAmazonem von 1788 und die vBafch- 
kirena von 1814. 
Weniger vmodernr und vielfeitig als Tifchbein, dafür aber felbftandiger 
und malerifch feinfühliger tritt uns der noch etwas jüngere Künftler entgegen, 
den wir an den Schlufs diefer Reihe ftellen. Clzrzßzkzn Lebererlzt Vogel wurde chäfäeljeb" 
den 6. April 1759 in Dresden geboren. Er war Schüler Schönau's (oben S. 1008) sind 15:51? 
an der Dresdener Akademie. Als er {ich als Bildnifsmaler einen Namen ge- Studien- 
macht, berief Graf Solms ihn um 1780 nach Wildenfels, wo er fich ganz an- 
fiedelte und für die Herrfchaften eines verhältnifsmäfsig engen Umkreifes, in 
deffen Schlöffern feine Gemälde noch heute zu fuchen lind, Bildniffe, decorative 
Deckenbilder und Altarblätter malte. Nachdem er Mitglied der Dresdener 
Akademie geworden war, kehrte er 1804 nach feiner Vaterftadt zurück; 1814 
erhielt er eine Profeffur an der Akademie; und am II. April 1816 flarb er in 
Dresden. 
Der Schwerpunkt der Thätigkeit Vogel's liegt im Kinderbildnifs. ja, da Seine werke 
wir weder feine allegorifchen Deckenbilder im Bibliothekfaal des Schloffes zu 
Wildenfels, noch feinen vChriftus, welcher die Kindlein zu fich kommen läfste, wildizfels; 
in demfelben Schloffe, noch auch fein grofses gräflich Einfiedeffches Familien- 
bild im Schloffe zu Wolkenburg felbR gefehen haben, da wir einige feiner wolkäburg, 
berühmtefien Compofitionen, wie den wGanymedr, den vKnaben mit dem 
Kanarienvogela und den vKnaben mit Buch und Vogelbauerr nur aus Stichen 
kennen, und da wir einige feiner Bildniffe im Privatbefitze, auch diejenigen im 
königl. Schloffe zu Dresden, nur im Vorübergehen gefehen haben, fo find wir zu Dresden. 
zur Beurtheilung feiner künftlerifchen Eigenfchaften eigentlich nur auf ein ein- 
ziges, in mehreren Wiederholungen erhaltenes Bild angewiefen. Diefes Bild DasBildnifs 
aber  es galt allerdings auch ftets für fein fchönftes  fcheint uns eben in femersöhm; 
folchem Mafse zu den hervorragendften deutfchen Gemälden vom Ende des 
vorigen Jahrhunderts zu gehören, dafs es uns vollftändig genügt, um dem 
Meifier hier einen Ehrenplatz einzuräumen. Es ift das Doppelbildnifs feiner 
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