Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1250220
580 
Buch. 
Sechstes 
Abtheilung. 
Zweiter Abfchnitt. 
fäffigen Antwerpener Landfchafter, wie R. Savery, zu erkennen; und der Ge- 
fammtauffaffung nach bleibt er auch bis ans Ende feiner Tage der Antwerpener 
Richtung etwa Jan Brueghefs getreu; in der Behandlung aber ift er offenbar, 
befonders in feinen fpäteren Bildern, von Jan Both und deffen Schülern ab- 
hängig. Die bräunlichen, von der Sonne durchfpielten Bäume erinnern in dem 
kleinen Mafsftabe feiner Bllder oft an diejenigen G. de Heufchs. Wie beliebt 
562213313211- feine Landfchaften gleichwohl waren, beweifi die grofse Anzahl, mit der fie in 
in Dresden, manchen Galerien vertreten fmd. Die Dresdener Galerie befitzt mindeftens 15 
in Schwerin. eigenhändige Bilder Saftlevens (von 1649 bis 1670 datirt), das Schweriner 
_in Wien, lVlufeum befltzt ihrer 9 (von 1660 bis 1678 datirt), die kaiferliche Galerie zu 
 mhiäjäiin- Wien 5 (von 1641 bis 1666 datirt), die Kopenhagener Galerie 6 (von 1650 
m Stgfifm" bis 1669 datirt), die Ermitage zu St. Petersburg 4 (von 1642 bis 1667 datirt); 
 f" w" aber auch in fafi allen übrigen deutfchen und in einigen holländifchen Samm- 
lungen ift er gut vertreten, fchwächer in denen der übrigen Länder. In Italien 
befitzt die Turiner Akademie ein ungewöhnlich grofses frühes Hauptbild feiner 
Hand von 1640, in Frankreich ift er wenigftens im Louvre, in England wenig- 
Ptens im Dulwich College mit einem bezeichneten Bilde vertreten. Arn feinften 
find feine fchlicht vedutenhaft aufgefafsten Bildchen aus der Ebene, wie feine 
1664 gemalte kleine Anficht von Utrecht in der Dresdener Galerie. Auch als 
Radirer ifi er gefchätztl). 
Ein in manchen Beziehungen verwandter, wenigPcens ebenfalls einerfeits 
durch die lnach Utrecht eingewanderten Antwerpener, anderfeits durch Jan Both 
iiogghfß beeinflufster, fehr feltener Landfchafter ifi Car's! Corzzelzfz de Hooclz (geft. zu 
SeineBilder. Utrecht 1638), von deffen Hand, aufser dem Utrechter Mufeum, z. B. die 
Galerieen von Stockholm und Schleifsheim bezeichnete Bilder befitzen. 
12121183 Den Utrechter Landfchaftern müffen wir nun aber auch noch zwei Meifter 
fünfter: anreihen, welche {ich im engfien Anfchlufs an die römifch-franzölifche Schule 
entwickelt haben, Herm. Swanevelt, den Nachahmer Claude Lorraiifs, und 
 Jan Glauber, den Nachahmer Gasp. Pouff1n's. 
Sfjsxfviqt. Was zunächft Hermzm Swmzzzxelt 2) betrifft, fo kann er zur eigentlichen 
Utrechter Schule nicht gezählt werden, doch reiht er {ich ihr fchon wegen 
Sein Leben. feiner Uebereinftimrnung mit Jan Both als Schulverwandter an; auch ifl es, da 
er aus Woerden in der Nähe Utrechts gebürtig war, immerhin nicht unmöglich, 
dafs er in Utrecht gelernt oder doch unmittelbare Einfiüffe von hier aus em- 
pfangen hat. Sein Geburtsjahr ifi nicht überliefert, mufs aber bis um 1600 
hinaufgerückt Werden. Die wenigen bekannten Daten aus feinem Leben fmd 
 die folgenden: 162 3 war er, wahrfcheinlich auf der Reife nach Italien, in Parisii); 
um 1628 fcheint er fchon in Rom gewefen zu fein4); 1637 wird er dort noch 
erwähnt; 1649 war er in feiner Heimath Woerden; am 8. März 165 3 wurde 
er Mitglied der Akademie zu Parisß), wo er fchon 1652 nachweisbar iPc und 
I) Bargfclz I, p. 235--267 zählt 36 Blatt; PVEILSTEZ (Suppläment) bringt fie auf 38 Nummern. 
2) Man vgl. über ihn z. B. Riegel, Beiträge, II S. 362-364; Bade, Studien, S. 355. 
3) Dafs er Schüler des 1613 geborenen Don in Leiden gewefen fei, wie hier und da noch 
behauptet wird, ift hiernach unmöglich. 
4) Berlalatti, Artifti belgi ed olandesi a Roma (Firenze 1880) p. 133-134. 
5) Archives de l'Art frangais I p, 360.
        

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