Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1250203
578 
Buch. 
Sechstes 
Abtheilung. 
Zweiter Abfchnilt. 
Galerie. Ihnen reihen {ich in denfelben und in anderen Sammlungen, z. B. in 
denjenigen im Haag, zu St. Petersburg, zu Dresden, zu Karlsruhe, noch manche 
zwar nicht bezeichnete, zum Theil aber doch datirte, jedenfalls durch ihre Mal- 
weife charakterifirte Bilder feiner Hand an. Endlich fei erwähnt, dafs Moreelfe 
auch Baumeifter war und dafs er einige hübfche vClair-Obscure -Holzfchnitte 
hinterlaffen hat. 
gifufezf Als Moreelfes Schüler gilt Dirk mm Baburcnß) welcher freilich älter ge- 
wefen fein foll, als jener felbft. Er foll 1570 geboren, nach feiner Heimkehr 
Sein Leben aus Italien in Utrecht anfäfflg gewefen und 1624 hier geftorben fein. Seinem 
Seine Art. Kunftcharakter und feinem Alter nach gehört er mit Terbrugghen, Honthorft, 
Bylert ganz in die Reihe der in Rom durch Caravaggio beeinflufsten Meifter. 
Vielleicht war er es, als der älteile, fogar, der die übrigen in diefer Richtung 
Seine Bilder mit fortrifs. Seine Bilder find fehr felten. Sein von ihm felbPc radirtes Haupt- 
in Rom. Werk, die Grablegung Chrifti in S. Pietro in Montorio zu Rom, welches die jahres- 
zahl 1617 trägt, ift ein ziemlich kräftiges, eindrucksvolles Werk. Wie diefes, 
zeigt auch fein beglaubigtes Bild von 1622, das derb gemalte Bruftbild eines 
beiäzljfer" jungen Sängers mit entblöfster Bruft auf Schlofs Langenftein bei HalberPtadt 
deutlich den Einflufs Caravaggids. 
Ferner kommen hier noch einige Meifler von Pferdeftücken in Betracht: 
Dirk Swop- vor allen Dingen Dirk Stoop, der, älter als Verfchuring, ja ungefähr gleich- 
Seine Art. alterig mit deffen Lehrer Jan Both, {ich in dem durch einen warmen Sonnen- 
fchein bedingten Lichtton feiner Bilder an diefen letzteren anfchliefst, in Bezug 
auf die Stoffe, die er behandelt, aber im Anfchlufs an Pieter van Laer, den 
wir unter den Haarlemern kennen lernen werden, als ein Vorläufer des erfteren 
Sein Leben. erfcheint. Dirk Stoop ift um 1610 in Utrecht geboren, 1686 dafelbft geftorben. 
Er war eine Zeitlang Hofmaler in Liffabon und arbeitete eine Zeitlang auch in 
Bezeiehnere England, lebte aber feit 1678 wieder in Utrecht. Mit feiner Namenszeichnung 
verfehene Bilder find: vDie jagdpartiee von 1645 im Amfterdamer Reichsmufeum, 
 die viRaft nach der jagdu von 1649 in der Kopenhagener Galerie, die aTürken- 
und fchlachte von 1650 im Berliner Mufeum (ein zweites Bild im Vorrath diefer 
Sammlung), die ffürkenfchlachte von 1654 in der Galerie Liechtenftein zu 
Wien, die xPferdetränkee beim Grafen Schönborn in Wien, die vjägerrafh in 
der Dresdener Galerie und das Schlachtbild bei Herrn Dr. Schubert-Czermak 
imbeleieh- in Dresden. Ihnen reihen {ich unbezeichnete Bilder im Brüffeler und im Schwe- 
nete Bilder 
feiner Hand. riner Mufeum, im Haager Mufeum (eine tonreiche, aber etwas verblafen gemalte 
portugiefifche Landfchaft), in der Dresdener Galerie und in der Bridgewater 
Gallery zu London an. 
Ein fpäterer Utrechter Meifter, welcher ähnliche Stoffe ohne befondere 
väljnfijff Eigenart behandelte, war Hermrm (nicht Hans) zum Lin, genannt Stilkeid, der 
zwifchen 1659 und 1670 in der Utrechter Gilde nachweisbar iPc. Von feinen drei 
Siäirgräiäizf bezeichneten Dresdener Bildern trägt eins aber fchon die Jahreszahl 1650. 
in Wien Andere bezeichnete Bilder feiner Hand befltzen die kaif. Galerie zu Wien, die 
u' L w' Münchener Pinakothek, die Karlsruher Kunfthalle, das Schweriner Mufeum und 
die Galerie Czernin in Wien. 
Bade im 
Allgem. 
Künßlerlexikon
        

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