Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1254685
1026 
Buch. 
Siebentes 
Fünfter Abfchnitt. 
die (ich, wie ihre f kandinavifche Schwefler, zunächft im Anfchlufs an die deutfche 
K222i; entwickelt hat. Als vVater der fchwedifchen Malereir wird Drzvld Klueeher- 
Ehrenßrahl- Ehrenßmhl 1) bezeichnet. David Kloecker war am 2 3. Sept. 1629 zu Hamburg 
geboren, erlernte die Kunfl bei feinem Landsmanne, dem Thiermaler Juriaen 
Jacobfen, in Amfterdam, bildete {ich dann, von der Königin von Schweden 
unterftützt, in Italien unter Pietro da Cortona zum Decorationsmaler höheren 
Stils aus und wurde 1661 Hofmaler in Stockholm, wo er am 23. Oct. 1698 in 
Beä';l;e_ hohem Anfehen ftarb. Der Beiname Ehrenyirahl war ihm hier mit dem Adel 
verliehen worden. Fruchtbar, wie er war, malte er unzählige Bilder jeder Art 
für fchwedifche Schlöffer und Kirchen. Befonders gut ift er, auch mit Bild- 
niffen und Thierftücken, in den Schlöffern zu Drottningholm und Gripsholm 
vertreten. Für fein befles Gefchichtsbild gilt feine xKrönung Karls Xlxr in 
Drottningholm. Seine bedeutendften religiöfen Darftellungen lind ßdas jüngfte 
Gerichte und vdie Kreuzigungu in der grofsen Kirche zu Stockholm. Ehren- 
ftrahl gehört, wenn ihm auch keine grofse Eigenart nachzurühmen ift, doch zu 
den kräftigflen und blühendften Eklektikern des Jahrhunderts. 
Von den Ausländern, welche, ohne feinen Einflufs zu erreichen, neben 
M. Mytens. Ehrenftrahl in Stockholm arbeiteten, find [Vlartzhzls Jlljliezzs (oben S. 808) und 
 Phil. Lemhhe (oben S. 881) fchon erwähnt worden. Von Ehrenftrahfs 
Davidlql-afft, zahlreichen Schülern wurde fein Neffe David Kraft, der 1655 ebenfalls zu 
Hamburg geboren war und am 20. Sept. 1724 zu Stockholm ftarb, als Bild- 
nifsmaler berühmt. Seinen anfangs frifchen und kecken, fpäter verblafeneren und 
trüberen Bildern begegnet man noch häufig in fchwedifchen Schlöffern.  Von 
 Krafffs Schülern waren der italifirende Georg Engelhzzrd Schröder (1684 bis 
Lor. Pakt 1750), der innerhalb der nordifchen Richtung Hau modellirende Lorenz Pafch 
(1702-1766) und der flCh an G. Kneller (oben S. 901) anfchliefsende Olaf 
gäfg-crlfgä-Arezzzkls (geb. 1701) fchon geborene Schweden. f70h. Heine. Sehefel (1691 bis 
1781), ein tüchtiger, durch die holländifche Schule entwickelter Bildnifsmaler, 
 deffen DarPcellungen älterer Leute manchmal an diejenigen Denner's (unten S. 1028) 
 erinnern, war wenigflens in Pommern, das damals fchwedifche Provinz war, 
J. J. Streng. geboren. Yoh. Yaaeh. Streng (1707-1763) aber zeigt in feinen lebendigen, 
wenngleich fpäter oft in etwas kreidigem Tone gehaltenen Bildniffen, was 
damals fchon ein fchwedifcher Künftler, der fein Vaterland niemals verlaffen, 
zu leiflen vermochte. 
Neben der nordifchen (deutfchen, holländifchen, englifchen) Richtung der 
meifien diefer Meifter machte flch feit der Wiederaufnahme des Stockholmer 
Schlofsbaues (1728), für welche vPlafond-Malerr aus Paris verfchrieben wurden, 
 auch der franzöfifche Modeeinflufs des Jahrhunderts geltend. Befonders ein- 
Giafglv-af- flufsreich wurde Guillaume Thomas Raphael Tanwal, der 1701 in Paris geboren 
wurde und 1750 in Stockholm ftarb. Er war 1731 durch den Architekten 
Grafen Carl Guftav Teffln d.  den Leiter des Schlofsbaues, nach Schweden 
berufen worden und wurde auch Lehrer an der 1734 auf Betreiben desfelben 
Grafen Teffin gegründeten Stockholmer Kunflakademie. Seine im Durchfchnitts- 
fiil der Zeit gehaltenen Deckengemälde fchmücken hauptfächlich das königliche 
Vgl. 
Eichhorn 
Familie-Boku 
wNordisk 
(Biographifches 
Lexikon).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.