Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1254562
1014 
Buch. 
Siebentes 
Fünfter Abfchnitt. 
Ph. Wouwermans wirkende kleine Bilder keineswegs felten lind. Ihrer elf 
befitzt das Breslauer Mufeum, ihrer fechs die Dresdener Galerie, ihrer vier die 
kaif. Galerie zu Wien; recht gut vertreten ift er aber auch in der Galerie 
Czernin zu Wien, im Stockholmer Mufeum und in Deutfchland noch in den 
 öffentlichen Sammlungen zu Augsburg, Bamberg, Braunfchweig, Mainz, Nürn- 
lzftfgf berg, Schleifsheim, Speier und Stuttgart.  Der Haupt-Landfchafter 
oder Wiener Akademie war der Schüler Agricolafs (oben S. 884) Clzrgßinzz 
Hiljfgot! Brand von Frankfurt a. d. O. (1695-1756), von deffen Hand das 
Breslauer Mufeum nicht Weniger als zwölf Bilder befitzt. Reichlich ifi er 
auch in den Prager Sammlungen vertreten. Doch lernt man feine weichen, 
bräunlichen Ideallandfchaften ebenfowohl in der kaif. Galerie, fowie in den 
Sammlungen Liechtenftein und Harrach in Wien, und in Deutfchland in 
den Sammlungen zu Bamberg, Leipzig, Mainz, Oldenburg und Schleifsheim 
 c. Brand. kennen.  Sein Schüler und Nachfolger 7011x1101 Ckrzßzkzlz Brand (172 3h1795) 
wandelte ganz in feinen Fufstapfen. Das Breslauer Mufeum befitzt acht, die 
kaif. Galerie zu Wien fieben Bilder feiner Hand. In Wien ift er z. B. noch 
in der Akademiefammlung und in der Galerie Harrach, in Deutfchland noch 
in Mannheim und Darmftadt vertreten.  Nur zu den Schülern, nicht zu den 
Mitgliedern der Wiener Akademie  gehörte der Landfchafter Max Yafzaplz 
 der 1694 oder 1697 zu Burghaufen in Bayern geboren war und 
1762 in Wien ftarb. Seine Bilder erinnern an diejenigen Iofeph Orients (oben 
S. 890). Ihrer zehn fleht man im Breslauer Mufeum, vier in der kaif. Galerie 
zu Wien.  Berühmter als alle diefe Landfchafter ift in feiner Art Franz 
 Weirotier, der 1730 in Innsbruck geboren, 1751 Schüler der Wiener 
xäffjf Akademie, 1766 Profeffor an der unter Yaaob Sclzmutserls (1733-1811), des 
gefolgt" berühmten Kupferfiechers, Leitung gegründeten, fpäter wieder mit der Haupt- 
Sclmutzenakademie verfchmolzenen Wiener Kupferftecherakademie wurde und 1771 in 
Wien fiarb. Er war ein Landfchafter, der die Natur mit eigenen Augen 
Archläfzitup anfah, hinterliefs aber faft nur Zeichnungen und Radirungen 2).  Als Architektur- 
 maler der Wiener Akademie endlich ift Vizzcenz Fzfclzer (1729-4810) zu 
nennen, von deffen Hand die kaif. Galerie zu Wien gute, mit antiken Triumph- 
zügen gefchmückte Säulenhallenbilder befitzt.  Da wir auf keinen diefer 
Wiener Meifter im nächften Kapitel zurückkommen können, haben wir den 
bedeutenderen von ihnen fchon hier einige Worte gewidmet. 
 In Berlin3) gab es im I8._lahrhundert noch keine zugängliche Gemälde- 
imhgjäggljr- galerie, wohl aber bereits eine Kunflakademie, welche fogar die ältefte aus- 
DÄiagijnuäf' gebildete Anfialt diefer Art in Deutfchland war. Ihre gröfsten Meifter, welche 
333112321: das 18. Jahrhundert fahen, waren keine Maler, fondern Bildhauer: ihr Mit- 
8333:; begründer und erfter Mitdirector, der grofse Hamburger Andreas Sclzliitzßr 
Wiener 
Land- 
fchafter: 
C. H. Brand. 
Brand. 
M. J. 
Schinnagl. 
I) C. 2'. Lülzaw a. a. O. S. 141. 
2) Nagler: Allg. Künftlerlexicon, XXI. S. 238. 214 eigenhändige Radirungen; 100 Blätter, die 
von anderen nach feinen Zeichnungen radirt oder geitochen wurden. 
3) C. I]. mm Heinecken." Nachrichten von Künftlern und Kunftfachen. I. Leipzig 1763. 
S. 7-174: Nachrichten von verfchiedenen Künftlern in Berlin.  Friezir. Nicohzi: Nachrichten von 
den Baumeiftern, Bildhauern, Kupferftechem, Malern etc., welche {ich    in Berlin aufgehalten haben. 
Berlin und Stettin 1786.
        

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