Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1254494
Malerei des 
deutfche 
Jahrhunderts. 
1007 
verbunden war. Diefe ging erPc mit der grofsen, durch Winckelmann ein- 
geleiteten Umkehr verloren, welche mit der angelernten, gedankenlofen wRoutinee 
auch die nothwendigen technifchen Ueberlieferungen preisgab. 
Ueberblick. 
Die hervorragendfie Kunftftadt Deutfchlands im vorigen Jahrhundert war  
anerkanntermafsen Dresden. Hier hatte der Kunftfmn der beiden Kurfürften, imhäia 
welche zugleich Könige von Polen waren, Augufts 11., des Starken, und 
AugufYs 111., eine fo reiche Sammlung herrlicher Gemälde der gröfsten Künftler 
aller Zeiten und Völker zufammengebracht, wie f1e nördlich der Alpen noch 
nie gefehen worden war 1); hier entPcanden im Laufe des Jahrhunderts eine 
Reihe beachtenswerther kirchlicher und weltlicher Bauten 2), von denen jlfallz.  
Dran. Paßpelmanrfs nur als Bruchftück vollendeter vZwingem (1711-1722) ein Pöp1;1(;12jnn_ 
fo origineller und überzeugender Ausdruck der künfilerifchen Empfindungsweife 
der erfien Hälfte des Jahrhunderts ift, dafs die Gelehrten flch noch heute nicht 
ganz einig darüber find, 0b fie feinen Stil für wBarockr oder vRococoi 
erklären follen; hier fchuf die einheimifche Erfindung der Porzellanmanufactur, 53333535; 
deren glänzendPter Plaftiker jolz. joaclz. Kiirzd!ez' (17o6_1777) war, eine nie jljggäändler. 
gefehene, eigenartige, flCh felbfi genügende KunPtwelt; hier lebten die bedeu- kann?" 
tendflen deutfchen Kunftgelehrten jener Tage, der Lübecker Karl Heinrich  
Heizzecken (1706-1791), deffen Name unzertrennlich mit den grofsen Gemälde- Hemeckelh 
ankäufen Auguits 111. verknüpft ifi, und der Hamburger C7212 Lzrdw. von Hnge- Cäggjgbfgi" 
dorn (1713-1780), der Neubegründer der Dresdener Akademie, welcher nach 
Heinecken's Abgang (1763) neben der Akademie auch die Dresdener Samm- 
lungen beherrfchte; ja, Winckelmann felbft hatte {ich in Dresden gebildet und I-Jßßnikel" 
hier feine bedeutendüen Schriften erfcheinen laffen; hier war, allen diefen 
Bedingungen entfprechend, daher damals auch der beliebtelte deutfche Sammel- 
platz auswärtiger, die bedeutendfte Pfianzfchule einheimifcher Künftler. 
Die grofsartige Gemäldegalerie, welche 1722 in eigens für fie hergerichteten Drelgäiner 
Räumen untergebracht worden, hatte dabei offenbar einen gröfseren Einflufs Gagfäiß- 
auf die Entwickelung des Dresdener Kunftlebens als die Akademie, auf deren Dääißäcr 
Meiner wir jedoch, unferer eigentlichen Aufgabe entfprechend, etwas näher nkademie. 
eingehen müffen  Sie waren in der Regel zugleich Hofmaler; doch nahm die 
Akademie während der erften Hälfte des Jahrhunderts, in welcher ihr Director 
ihr einziger Lehrer zu fein pflegte, keineswegs alle fächfifchen Hofmaler in 
Anfpruch. Der ungarifche Bildnifsmaler Adam Jlfalzyokz" z. B. (167 3-4757), der A- lilanyßki. 
feit 1713 Dresdener Hofmaler War (oben S. 895),  der feiner Zeit berühmte Jbiffgjhlele- 
Landfchaftsmaler Fall. Alex. Tlziele (1685-1752), der feit 1747 als fächfifcher d 
Hofmaler wirkte und in Dresden Schüler wie C. W. E. Dieiriclz und Yolz. Clzr. Vollen- 
I) Vgl. die v-Gefchichtliche Einleitungu in des Verfaffers grofsen Katalog der Kgl. Gemälde- 
galerie zu Dresden. Dresden 1887, S. 1-18. 
2) Vgl. Paul Sclmnzann." Barock und Rococo; mit befonderem Bezug auf Dresden. Leipzig 
1885. S. 31-83. 
3) Morilz IßViefsner: Die Akademie der bildenden Künße zu Dresden. Dresden 1864.
        

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