Volltext: Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts (Bd. 3, Hälfte 2)

Die niederländifche Malerei 
khrhunderts. 
Malerei. 
belgifche 
993 
ein. Bree fieht an der Spitze der Antwerpener Kunfl des 19. Jahrhunderts. 
Charakteriflifche Werke feiner Hand find vder Tod des Rubense im Ant- 
werpener Mufeum, ßAntwerpen und die Schelder im Antwerpener Rathhaufe, 
vdie Taufe des heil. Auguflinusa in der Antwerpener Auguftinerkirche. 
Auch die kleinügurige Sittenmalerei hatte im 18. Jahrhundert in  
werpen noch einige Vertreter, welche die Ueberlieferungen des grofsen Jahr- malerei- 
hunderts fortfetzten ohne fie weiterzubilden und dabei immer Hauer in der 
Zeichnung und in der Farbe wurden. Die meiften von ihnen waren zugleich 
Bildnifsmaler. An ihrer Spitze fteht Bnltlzaznr um den Boffelze (1681-1715), äoffghij 
von deffen Hand fich im Antwerpener _Mufeum das für ihn ungewöhnlich 
grofse, noch recht hübfche und kräftige Bild von 1711 beündet, welches die 
Aufnahme des Bürgermeifters del Campo in die Bogenfchützengilde darflellt. 
Charakteriflifch für ihn find feine bezeichneten Bilder im Schweriner Mufeum: 
aLuflige Gefellfchaftr und nRauferei beim Kartenfpiele.  Seine hauptfach- 
lichflen Nachfolger gehören der Künfllerfamilie Horemans an. 7:112 Fefef Horc- äaigläffj 
nzans d. Ä. (1682-1759) iPt im Antwerpener Mufeum ebenfalls nur mit einem 
grofsen Bildnifs-Ceremonienbilde, ift mit Sittenbildern feiner Durchfchnittsart, 
welche Handwerker in ihrer Werkflatt, Mütter mit ihren Kindern, Vorgänge aus  
dem Leben der Bürger und der Bauern darftellen, in der Dresdener, der Caffeler, 
der Darmflädter Galerie, im Leipziger, im Braunfchweiger Mufeum und in den 
Uffizien zu Florenz vertreten. Sein Sohn und Schüler Fan Yefef Harenzans d. 17. 15g;  
(1714  nach 1790) half ihm, wie die Befleller {ich ausdrücklich ausbedungen 
hatten, bei dem erwähnten Bilde des Antwerpener Mufeums, verlegte flch felbfi 
aber ebenfalls auf die Darflellung von Sittenbildern, wie {ich ihrer einige im 
Antwerpener Privatbefitze erhalten haben. Ein Bruder des älteren Jan Jofef 
aber war Peter Yaeolr Haremmzs (1700-1776), welcher Hofmaler des Kurfürfien Holjgnfäns 
Karl Albrecht von Bayern in München wurde. Zahlreiche Bildniffe feiner Hand 
befinden fich in der Schleifsheimer Galerie, das Bildnifs einer Frau mit zwei 
Kindern im Braunfchweiger Mufeum, Sittenbilder feiner Hand fleht man in den 
Uffizien zu Florenz, ein Fruchtftück von 1768 im Augsburger Mufeum, zwei 
Bildniffe, ein Sittenbild und zwei Fruchtftücke von 1766 im Germanifchen 
Mufeum zu Nürnberg. 
Auf andere Meifter diefer Reihe, wie Fr. Veräeeclz (1686-1755), Hendrzk Sitilyägfen 
Goawzerts (1669-1720), Jllielz. mm der Voort (1714-1777) und 39m Bzzptisl 
Lamöreclzts (1680- nach 1731) können wir nicht eingehen. 
Verhältnifsmäfsig frifch erhielt fich noch ziemlich weit ins -18. Jahrhundert 
hinein auch in Antwerpen die mit der Landfchaftsmalerei verbundene maler- 
und von ihr getragene Sitten-, Schlachten- und Thiermalerei. Meifter wie Gäläras 
A611 Geneels (1640-172 3), T k. Jllzelzezu (1676-1765), Yen Baptzji vanderMezeezz I) Th. Miehau. 
(1664  um 1708) und die zahlreichen Mitglieder der Künftlerfamilie Bredaei J-lvälrtilfi. 
haben wir fchon oben (S. 523-524 und 531) erwähnt. Dleßredaels" 
Ihnen fchliefsen {ich noch einige keineswegs Hauer als f1e erfcheinende 
Meifter an. Der Schlachtenmaler Kare! Breydel ( 1678-17 3 3) ifl mit lebendigen, 3:23:31!) 
geiftreich hingefetzten kleinen Bildern z. B. im Brüffeler und im Stockholmer 
I) Vgl. zu ihm noch W. Sclznzidfs Auffatz in 
Gefchichte d. Malerei. III. (III, 2.) 
der Zeitfchrift f. 
1872 
2oo ff.
	        
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