Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1254262
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Siebentes 
Buch. 
Dritter Abfchnitt. 
Den Stil Yacques Courtozlä (le Bourguignoifs, oben S. 316) dagegen fetzten 
die Mitglieder der Künftlerfamilie Parrocel während des I8. Jahrhunderts in 
PLQQZPCEL Frankreich fort. Der fchon oben (S. 318) genannte Yofepk Parrocel (1648- 
1704) iPt nicht nur in den franzöfifchen Provinzialmufeen, fondern auch im 
 Louvre zu Paris vertreten. Sein Sohn Charles Pzzrrocel (1688-1752), welcher 
1721 Mitglied der Akademie wurde, iPc befonders als Radirer berühmt 1); doch 
fleht man im Schloffe zu Verfailles eine Reihe grofser Bilder, unter ihnen ein 
Reiterbildnifs Ludwigs XV., im Louvre reine Wachet, in den Mufeen zu Tours 
und Orleans jagd- und Marfch-Stücke feiner Hand.  Die übrigen Sproffen 
diefer Familie müffen wir übergehen, können aber in diefem Zufammenhange 
sweilifliii des noch des Pferdemalers Yacgues-lvranpozk Swebaclz Des Fonlaizzes gedenken, der 
Fontames" 1769 in Metz geboren wurde und 1823 in Paris flarb. Eine Zeitlang lebte er 
in Rufsland, kehrte aber, da er das dortige Klima nicht vertragen konnte, 
nach Frankreich zurück. Er ifl eine Art franzöfifchen Wouwermans Das 
Pferd fpielt in allen feinen kleinen Zeichnungen, Radirungen, Lithographien 
und Gemälden eine Hauptrolle; und er iPc ein feiner, lebendiger Zeichner, 
wenn auch ein trockener und reizlofer Maler. Bilder Swebach's fleht man in 
den kleineren franzöfifchen Sammlungen. Als Hauptbilder feiner Hand gelten 
vdie Auffahrta im Mufeum zu Montpellier und vdas Pferderennena im Mufeum zu 
Cherbourg. Seine Zeichnungen hat er felbfl vervielfältigt und in vier Bänden 
herausgegeben. 
lägfteer: Der Stammvater einer verwandten Künftlergruppe mit noch ausgeprägterer 
pr,caranova_landfchaftlicher Richtung war Fmznpozk Cafmzowz, der zwar von italienifcher 
Mutter 1727 in London geboren wurde und am 8. Juli 1802 zu Brühl bei 
Wien Pcarb 2), aber doch fchon, weil er 1763 in die Parifer Akademie auf- 
genommen wurde und franzöfifche Schüler hatte, am beften in diefem 
Zufammenhange befprochen wird. Er kam jung nach Venedig, wo Fr. Guardi 
(oben S. 932) fein Lehrer gewefen fein foll, verlegte fich aber bald auf s 
Studium Jacques Courtois" und vollendete feine Ausbildung in Dresden, WO 
 fein älterer Bruder Giov. Batt. Cafanova Akademieprofeffor war, durch Copiren 
WouwermanTcher Bilder. In Paris nahm auch Ch. Parrocel fich feiner noch 
an. So wurde er ein gefchickter Maler von Schlachtenbildern, Thierflücken 
und reich belebten Landfchaften. Die beiden grofsen Schlachtenflücke und die 
beiden kleinen Thierlandfchaften feiner Hand im Louvre zu Paris genügen, um 
ihn zu charakterifiren. Auch die kaif. Galerie zu Wien, das Dulwich College 
bei London und die Mufeen zu Nantes, Rouen, Nancy und Lyon befitzen 
Bilder feiner Hand. Die meiften befinden {ich noch im Privatbefitz. In der 
Galerie Liechtenflein zu Wien fleht man feine vGewitterlandfchaftq und fein 
lebensgrofses Bildnifs Peter's des Grofsen auf einem weifsen Kofackenpferde. 
Auch hat er einige Blätter radirt 3). 
  Sein Schüler war Mkolas-Antoine T azmay, Welcher I7 55 zu Paris geboren 
1) Roäert-Dlznlemil, Peintre-graveur II, p. 2o7_22o, XI, p. 235.  41 Blatt. 
2) Geburts- und Todesjahr wurden bisher fehr verfchieden angegeben. Die allein 
fmd urkundlich nachgewiefen von j'ai a. a. O. p. 329 und 330. 
3) Fr. de Baudimur: Le peintre-graveur continuä. Paris 1859-1867. I, p. 135- 
6 Blatt. 
richtigen 
 I 3 7- 
        

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