Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253856
franzöüfche Malerei 
jahrhunderts. 
943 
vagreesr in loferer Beziehung zu ihr zu bleiben; weitaus die meillen wurden nach Agrees. 
einigen Probejahren und Einlieferung eines vReceptionsbildesr zu wirklichen Mit- Receprion- 
gliedern der königlichen Kunflanflalt gemacht; und wenn es einerfeits für die 
Unbefangenheit der Parifer Akademie fpricht, dafs He auch den Vertretern der 
neu entftehenden Fächer, wie den Malern der wfetes galantes du roiu, wenn 
{ie in ihrer Art ganze Künftler waren, ihre Thore nicht verfchlofs, fo kann 
andererfeits doch nicht überleben werden, dal's auch noch während des ganzen 
18. Jahrhunderts ein Befuch Roms, wo Frankreich ja eine Zweigakademie läggifs 
befafs, von der Akademie wenigftens für die eigentlichen Hifrorienmaler als 
tinerläislich angefehen wurde. Es erfcheint uns daher ebenfo natürlich, dais 
die franzölifche Grofskunft des 18. Jahrhunderts, die uns auch nur flüchtig 
befchäftigen kann, der Nachwelt als Epigonenkunil geringes Intereffe einflöfst, Elääfalj" 
wie dal's gerade unter den wenigen franzölifchen Meifiern des 18. Jahrhunderts, Charakm- 
welche die Pilgerfahrt nach Rom unterliefsen, {ich die meiften derjenigen  
befinden, welche die Nachwelt als die eigentlichen Vertreter nationalfranzö- 
fifcher KunPt diefes Zeitraums anfieht. 
Selbfiverliändlich Wurden auch die eigentlichen Oberhofmaler, die w Premiers Dlegaläzihof- 
peintres du roie, aus der Zahl der Akademiker gewählt; und felbfi die  
Sammler, Kenner, Kunltfchriftfteller, deren einige im 18. Jahrhundert bereits 
eine bedeutende Rolle in Frankreich fpielten, wurden oft genug zu Ehren- 
mitgliedern der Akademie gemacht. Als Sammler von Gemälden, Kenner und Saglixfler, 
Herausgeber fpielte Yqfqßlz Anioine Crozrzt (geil. 1740) eine Hauptrolle im  
franzölifchen Kunflleben des vorigen Jahrhunderts. Als Sammler von Kupfer- er 
Pcichen und Handzeichnungen, fowie als Verfaffer vieler kunfigefchichtlichen 
Schriften fland Pierrß jTean MarieWe (geb. 1694, geil. I 774), der 1750 Ehren- Marierre. 
mitglied der Akademie wurde, in ganz Europa in hohem Anfehen. Als 
Dilettant, KunPctheoretiker und Mäcen iFt der glänzendfie Vertreter der Rococ0- 
zeit in Frankreich aber der Graf Anne Claude Philipps Caylus, welcher 1692 GrafCaYluS- 
zu Paris geboren war und 1765 dafelbfi ftarb. Er wurde fchon 1731 Ehren- 
mitglied der königlichen Akademie. Den geifiigen Mittelpunkt der Neuerer 
hingegen, welche feit der Mitte des Jahrhunderts die literarifche Revolution, 
welche der Ptaatlichen vorherging, ins Leben riefen, bildete bekanntlich Dmis 
Diderot (geb. 1713, geft. 1784), der Herausgeber des Werkes vEncyclopedie Dideror. 
ou dictionnaire raisonne des sciences, des arts et des metiersa. Einfchneidend 
waren feine Kritiken des iSalonr von 1765-1767. Hier, wie in feinem 
vVerfuch über die Malereir, den Goethe überfetzt und mit nicht fonderlich 
zuftimmenden Anmerkungen verfehen hat, tritt er zuerft mit Bewuistfein der Umfchwung. 
iiakademifchena Kunft und felbft dem einfeitigen Studium der Antike ent- 
gegen. wEs gäbe nichts Manierirtesr, fagt er, vweder in der Zeichnung noch 
in der Farbe, wenn man die Natur gewiffenhaft nachahmte. Die Manier 
kommt vom Meifier, von der Akademie, von der Schule, ja fogar von der 
Antiker Es war das eben noch auf lange hinaus die Stimme eines Predigers 
in der Wüfte. Im vorigen Jahrhundert, dem Jahrhundert der Vorherrfchaft 
der Akademien in ihrer alten Gelialt, wagten nur wenige Küniiler ihr zu 
folgen. Von den Künftlern, die uns hier zu befchäftigen haben, waren nur 
einzelne nach Diderofs Gefchmack.
        

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